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dieſe Unruhe, warum dieſer Schmerz ſelbſt im Glücke,
wenn ſein Gewiſſen rein wäre? Aber habe ich nicht unrecht, ſo ängſtlich und unruhig ihr
zu ſein, da ich doch bei Bruno ſo viele wahre Liebe ge⸗
ſehen habe, da ich Serena im Beſitz einer Zärtlichkeit,
Treue und Kraft weiß, die Alles veredeln und verklären in kann? In der Trauungsſtunde war Etwas an ihr, was ihren Bund über alle Macht des Unglücks und der Zu⸗ ie fälle zu erheben ſchien. Eine himmliſche Klarheit lag Si auf ihrer reinen Stirne; die Worte:„Dich zu lieben in Au Freud und Leid,“ ſprach ſie mit einer ſo ſchönen, ſo hohen Gewißheit aus, daß ich ſie unwillkürlich zu Bär nach⸗ du ſprach, als ich an ſeine Schulter gelehnt, von ſeinem mo treuen Arme umfaßt daſtand. Wie die Ereigniſſe des wa Tages jetzt an meiner Seele vorbeizogen! Sie ergriffen W mich ſtark, zu ſtark! Ich habe mich ſeitdem unwohl befun⸗ den. Wenn es nur für mein kleines Mädchen keine ſchäd⸗ Fi lichen Folgen hat! Wie Bär ſo lange ausbleibt! Die Schatten der Bäume ſind bereits lang und die Vögel gr beginnen ihren Abendgeſang. Gott laſſe nur kein Un⸗. ge glück auf Ramm geſchehen ſein. Das alte ſchwarze Haus ih ſieht doch aus, wie ein Unglücksneſt. Warum mußte Serena dahin kommen? Gottlob, jetzt ſehe ich Bär an⸗ V langen. Ich will ihm bis auf die Bruͤcke hinab ent⸗ ie gegengehen. A Den 2. Pruchſtück von unſerem Geſpräch geſtern Abend.„ „Nun Bär, es war ſchön, was du von Serena ſagſt, w
daß ſie ſo liebenswürdig war und die Patriarchen ſo zu⸗ frieden. Sage mir jetzt, wie war ma chére mère?“ Superb, aber nicht munter.“


