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Die Nachbarn : Skizze aus dem Alltagsleben / von Friederike Bremer
Entstehung
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489 h dein Vertrauen mißbrauchte, wenn ich dich unglücklich t machte und glücktich wird die Genoſſin meiner Tage er. und meiner Nächte nie daß ich dann erſt ewige Ver⸗ e werfung verdiente. Lange vlagten mich dieſe Gedanken. h Hagar's Verbrechen und deine Tugend, dein Sieg über r⸗ mich und über ſie haben ſie zur Reife gebracht. Ich liebe g dich jetzt ſo hoch und heilig, Serena, wie ich dich einſt ir wild und egoiſtiſch liebte, und deßhalb habe ich meine Seele vor dir entſchleiert, wie vor ihrem ewigen Schöpfer. r⸗ Noch, Serena, noch hat der Altar uns nicht vereinigt n, noch kannſt du dich von mir trennen und rein vor der t! Welt, wie du es in deiner eigenen Seele biſt, zurückziehen. e⸗ Du biſt in dieſem Augenblick frei. Wenn du mich auch de verſtoßeſt, ſoll kein Vorwurf, keine Klage von meinen er Lippen dich ſchmerzen. Wenn du dich auch von mir wen⸗ ch deſt, ſo werde ich dich dennoch ehren und lieben, und mei⸗ F⸗ nen einſamen, öden Weg dahinziehen ſo gut ich kann. ch Du haſt von Freundſchaft geſprochen, von Bruder und ht Schweſter. Verzeih, wenn ich dieſe Illuſion eines engel⸗ . reinen Herzens zerſtöre. Es kann zwiſchen uns nicht ſo it werden. Gott ſchuf die Seelen von ungleicher Art. In as der meinigen lodern Flammen, die du nicht kennſt. Genug, 56 ich muß dich beſitzen, oder fliehen. Aber, wenn ich dich r⸗ auch fliehen muß, Serena, ſo werde ich doch dein Bild r⸗ in meiner Bruſt tragen. Es wird mich zu einem beſſe⸗ le ren Menſchen machen. Ich bin nicht einſam ich habe r⸗ eine Mutter. Für ſie will ich leben, wenn auch ſelbſt er ohne Luſt, ohne Freude. Doch laß mich jetzt ein ein⸗ r⸗ ziges Wort hinzufüͤgen. Ich habe gehofft, o Serena, du lte Einzige, die ich wahrhaft geliebt habe an deiner gt, Hand, an deinem Engelsherzen habe ich oft gehofft, ein igt neues Leben beginnen zu können. Ich dachte, die beſſeren en Keime in meiner Seele würden unter deiner Pflege auf⸗ u⸗ gehen, und wer kann Alles ſagen, was das Herz ahnt? und wer mißt die Kraft der Liebe? Wer ſetzt der eit Gnade des Allgütigen eine Grenze? Mit dir, mit dir

ich ſchien mir der Weg offen zur Verſöhnung und einem