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i bloßen Worte Mutter konnte ich weinen wie ein ind“.
„Ich kam zurück. Ich ſah mein Vaterhaus wieder. Ich ſah auch dich, Serena. Das Paradies meiner Kind⸗ heit, mein Himmelsbild, die Wirklichkeit meiner Sehn⸗ ſucht, die Verklärung meines Lebens, meines Weſens— das Alles ſah ich in dir. Wundere dich nicht, daß ich ſehnſuchtsvoll meine Arme ausſtreckte, um dich an mich zu reißen; wundere dich nicht, daß ich, als ich den Mut⸗ rerbuſen verſchloſſen ſah, durch dich noch die Seligkeit des Lebens und der Liebe zu erobern ſuchte— daß ich einen Engel für meine kranke Seele zu gewinnen ſuchte! In dieſem Augenblick wurde mein Urtheil geſprochen. Es handelte ſich um mehr, als um Leben und Tod. Es handelte ſich um die Verſöhnung der Seele oder ewigen Fluch. Es lag eine Gewitterwolke über Herz und Ge⸗ hirn— ich ſah, ich fühlte Nichts klar. Da verſuchte ich dich, Serena. Du widerſtandeſt, und ich glaubte dich weniger zu lieben. Ich täuſchte mich. Du warſt nur tiefer in meine Seele gedrungen. Du warſt eins gewor⸗ den mit ihrem guten Genius. Aber das fühlte ich damals nicht. Meine Seele war finſter.“
„Ein Augenblick wilder Verzweiflung ging vorüber, und— ich wurde mit meiner Mutter verſohut; ich ließ mein Haupt an ihrer Bruſt ruhen; ich hörte ſie mich ſegnen. Allmächtiger, gnadenreicher Gott!— Wollteſt du dieſen Augenblick mit hundertjährigen Leiden auf⸗ wägen, ſo würde ich doch, wie jetzt, meine Hände erheben und dir danken; danken für dieſen Augenblick! Worte fönnen ſeine Macht nicht ausdrücken. Er hat mich zeit⸗ lich und ewig gerettet.“
„Was ſoll ich dir mehr ſagen, Serena? Verſöhnt mit meiner Mutter, ſie feuriger liebend, als je, fühlte ich doch nach den erſten Augenblicken himmliſcher Selig⸗ keit keine Ruhe in meinem Herzen. Dich, dich mußte ich gewinnen, du mußteſt meine Gattin werden, wenn


