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deine Gattin, die dich ſo innig liebt, die dir in Freud und Leid folgen will.
Die Spannung in Bruno's Weſen gab nach, ſein Blick wurde milder, er athmete leichter:„Sprich, Engels⸗ ſtimme!“ ſagte er,„ſprich!“
„Du haſt zu viel gewacht; du haſt dich ermüdet,“ fuhr Serena zärtlich koſend fort,„jetzt ſollſt du ein we⸗ nig ruhen. Ich werde über dich wachen, während du ſchläſſt, und dann wollen wir zuſammen ausgehen und die Sonne ſehen, die ſchöne Frühlingsſonne, die Allem Leben und Freude gibt. Es wird ein ſchöner Tag, mein Bruno!“
Serena's kindlich liebliche Worte und Zärtlichkeits⸗ bezeugungen beſchworen den Dämon in Bruno's Seele. Er beruhigte ſich und ſchien aus einem qualvollen Traum zu erwachen. Mit einem Blick unausſprechlicher Liebe und unausſprechlichen Schmerzes betrachtete er Serena. „O,“ ſagte er mit thränenerfüllten Augen,„nie hat Da⸗ vid's liebliche Harfe den raſenden Geiſt mehr in Ruhe gezaubert. Aber Serena! ſage mir, was habe ich geſagt? Was habe ich gethan?— und ſprich, was haſt du dabei gedacht?“
„Du warſt krank, Bruno; aber Gott ſei Dank, jetzt biſt du wieder wohl und Alles iſt gut.“
„Nein, mit mir iſt nicht Alles gut, Serena— denn wiſſe, daß der Wabnſinn, deſſen Zeuge du ſo eben warſt, kein fremder Gaſt bei mir iſt. Während der Wirkſamkeit des Tags, in der Stille der Nacht über⸗ raſcht er mich und wird Herr über mich, bis ich wieder Herr über ihn werde;— ſiehſt du, in dem Augenblick, da meine Mutter den Fluch auf mein Haupt legte— in dieſem Augenblick brach Etwas hier innen, was noch nicht geheilt iſt— wilde Thaten und Erinnerungen haben dafür geſorgt. O, ſchon lange habe ich darnach ge⸗ ſchmachtet, zu deinen Füßen zu liegen und mit meinem ſurchtbaren Geheimniß— aber es fehlte mir an Kraft,


