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dem Auge des Ewigen, gleich bedürftig der Verzeihung — der Gnade!“
„Nein, nicht gleich!“ rief Hagar;„war nicht ich es, die deine feurige, unbedachtſame Jugend zu Thaten verführte, woran dein Herz keinen Theil hatte? War nicht ich es, die ſich gleich einer Schlange um deinen Lebensbaum wand und Gift in ſeine Säfte goß? Du warſt es, der einen menſchlichen Funken in mir weckte; — was mich auf ewig an dich feſſelte, war nicht deine Schönheit, deine Kühnheit— es war die Flamme eines höheren Lebens, die immer und immer wieder aus der Gewitternacht deines Weſens hervorblitzte.— Vergebens wollte man deine Kraft zu Aſche verbrennen;— gleich dem Phönix erhobſt du dich vom Scheiterhaufen, ſchüt⸗ telteſt die Aſche von deinen Schwingen und drangeſt
zum Lichte— ſo flogſt du von mir— und ich blieb
zurück im Staube, aber jetzt— es wird ſo finſter— jetzt ſterbe ich vergnügt, denn ich weiß, mein Tod iſt gut für dich;— höre noch eine Bitte;— im Park von Ramm iſt eine Grotte— ich habe oft darin ge⸗ ruht— ſie iſt kühl und ſtille— dort laß mich begra⸗ ben; und höre— ein Sarg ſteht in deinem Hauſe; dieſes Holz hat die Luft eingeſogen in dem Hauſe, wo
du athmeſt, lege mich in ihn. Ach, deine Hand thut mir wohl;— lege ſie da auf, bis das Herz ſtille ſteht!
— Lebe wohl, Bruno! Ich verſinke in das Stille, in das Dunkle und mit mir— in die Vergangenheit. Sei
ruhig— werde glücklich mit deiner jungen Gattin—
mit mir iſt Alles—— vorbei.“
Hagar ſchwieg. Ihre Hände eniſanken denen Bru⸗ no's. Ihre Bruſt wurde ruhig, und des Lebens großes Schattenbild— der Tod— hüllte über ihr Geſicht den Schleier, den kein Menſch lüftet. Sie athmete nicht
mehr. Die Strahlen des Mondes erblichen. Des Oſter⸗ morgens erſte Dämmerung verbreitete ihr ungewiſſes
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