474
vor ihm nur ein ſchwaches, demüthiges Weib, das ſein bloßer Blick beherrſchte. Bruno's Verzeihung und An⸗ weſenheit, Serena's Güte und Zartheit, ihre treue und zärtliche Pflege wirkten wohlthätig auf die Kranke. Doctor Werner gab Hoffnung für ihr Lehen. Franziske kam zuweilen Abends, um ihre Freundin zu beſuchen. Zwiſchen Bruno und dieſen beiden gebildeten und lie⸗ benswürdigen Damen entſpannen ſich Geſpräche von hohem und edlem Intereſſe, die Hagar's feurige Seele mit Begierde einſog. Auch die alten Dahl's kamen und vereinigten ſich mit den Andern, und in dem Zimmer, in dem Kreiſe, wo ſich Stoff vorfand für das Unglück⸗ ſeligſte, was das Leben hat; in dieſem Kreiſe entſtand allmälig durch Serena's Einwirkung Friede, Intereſſe, ja ſogar Behagen, wenigſtens für Augenblicke, und ſelbſt das Ereigniß, das die Bande der Liebe und des Ver⸗ trauens zerreißen zu müſſen ſchien, diente nur dazu, ſie feſter zu knüpfen. Schöne Macht der Güte, die nur zu verſöhnen begehrt, der Weisheit, welche, gleich der Gottes, aller Spaltung und Trennung nur eine höhere Harmonie, nur eine tiefere Ordnung und Liebe entgegenſetzt!
Was dieſe Geſpräche, was das tägliche Zuſam⸗ menſein mit Serena auf Hagar's Gemüth und Bruno's Seele wirkte, werden wir ſpäter ſehen.
—.——
Viertes Schattenbild.
Tropfenweis drinat ſiiller Regen Allmälig in des Felſen Bruſt. Nach Schiller.
Draußen tobte der Sturm. Es nabte ſich eine jener Winternächte, wo die Sagen der Vorzeit über
das ſche veri bein gen todt
änd die
nah trat an ſtill dar war Pfle eiſig des
bra ſtim
geh im
So Vat Hal Sti wie gen
Se:


