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Die Nachbarn : Skizze aus dem Alltagsleben / von Friederike Bremer
Entstehung
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Kälte und die Schreckgeſtalten der Finſterniß zu ſchützen. Ich fühlte mich in dieſem Gedanken ſo glücklich, ſo ſelig, daß ich daran erwachte; mein Traum war aus, aber klar fühlte ich, was ich im Traum gefühlt und ich fühle es oft und auch jetzt, daß ich einen großen Schmerz für dich leiden möchte, Bruno, denn ich könnte dich dann beſſer empfinden laſſen, wie innig ich dich liebe.

O Gott! ſagte Bruno mit leiſer Stimme, aber mit dem Ausdrucke eines qualvollen Schmerzes,o Gott! Wie wenig verdiene ich dieſe Liebe wie un⸗ würdig.. Serena, du holder Engel, du, die ich meine Gattin nennen ſoll...

Nie ſoll ſie es werden! rief eine ſchauerliche, gellende, durchdringende Stimme; Hagar, mehr einer Furie als einem Menſchen gleich, ſtürzte in's Zimmer herein, ein Dolch blinkte in ihrer Hand; im nächſten Augenblick ſchien er Serena's Herz zu durchbohren. Aber mit Blitzes ſchnelligkeit hatte Bruno Hagar's Arm erfaßt, der Stoß wurde abgewandt und der Dolch ver⸗ wundete Serena bloß an der Schulter. Mit wüthender Geberde riß Bruno die Mordwaffe aus Hagar's Hand, ſtieß ſie heftig zurück, griff mit der einen Hand in ihr Haar und der Stahl blinkte über ihrer Bruſt.

Elende! ſagte er mit dumpfer Stimme und blei⸗ chen Lippen,Fluch meines Lebens.. du mußt ſterben!

Bruno! O mein Gott, rief Serena, indem ſie aufſprang und ſich an ſeinen Arm hing. Bruno mäßigte ſich, ſein wilder Blick wurde beſonnener, ſeine Lippen murmelten:Ein Weib! Der Dolch entfiel ſeiner Hand! Er ſah auf Serena, ſah ihr Blut fließen, faßte ſie verzweiflungsvoll in ſeine Arme und trug ſie auf den Sopha.

Dein Wille geſchehe! rief Hagar wild.Sieh hier dein Opfer, Bruno. Es wollte bloß zu deinen Füßen ſterben. Sie ſprang zu ihm hin, ſtieß den Dolch in ihre eigene Bruſt und ſank zuſammen, ſeine Füße in ihrem Blute badend.Bruno für dich! für dich..