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daß du recht fühlteſt, wie unmöglich das iſt! Höre, Bruno, auch ich habe dir einen Traum zu erzählen und einen von wahrerer Bedeutung als der deinige. Ich träumte, Bruno, die Welt ſei erſtarrt, zu Eis erſtarrt. Es gab keine Sonne mehr, kein Grün auf Erden, kei⸗ nen blauen Himmel; an ſeiner Stelle war ein ſchwar⸗ zer, leerer Raum. Prächtige Paläſte, Wälder und Berge ſtanden noch, waren aber in Eis verwandelt. Wunderliche, unheimliche Lichter, deren Urſprung man nicht ſah, und die keine Wärme verbreiteten, aber lange abſcheuliche Schatten von ſich warfen, irrten unter die⸗ ſen Eisgeſtalten herum. Alle lebendigen Weſen waren ausgeſtorben, nur zwei Menſchen athmeten noch mit klopfendem, warmem Herzen in dieſer Marmorwelt. Und dieſe zwei, Bruno, waren du und ich. Einſam ſchwebten wir durch lange Säulenreihen von Eis; wir hafteten nicht an der Erde, waren aber auch nicht im Stande, uns über ſie zu erheben. Unſer Schickſal ſollte ſein, langſam und zuletzt von allen lebenden Weſen zu erfrieren.
„Dein Herz war bitter, o mein Freund, und deine Wange war bleich. Als die Lichter kamen und drohende Schatten gegen dich warfen, da erhob ſich dein Arm wie zum Streite und deine Stimme ſtieß ein wildes Geſchrei aus. Aber mitten in dieſer erſtarrten Welt, mitten in dieſer Nacht des Leidens und Todes fühlte ich in meinem Herzen eine Wärme, die mir kein Eis, keine Zeit kühten zu können ſchien. Es war darin gleichſam eine ſpringende Quelle des Lebens, die ſich über mein ganzes Weſen verbreitete und mir eine höhere Kraft gab, als ich während der ſonnigen Frühlingstage der Erde beſeſſen hatte. Ich liebte dich inniger als je, Bruno, es war meine Freude, mit dir, für dich zu leiden, und als dein Herz am meinigen ruhig und warm, als deine Wangen weniger blaß wurden, da wurde es mir gewiß, daß es mir vergönnt ſei, dir mein Leben zu geben, mit der Wärme meines Herzens dich gegen


