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Die Nachbarn : Skizze aus dem Alltagsleben / von Friederike Bremer
Entstehung
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von Serena enitfernt, xann ihr aber auch nicht in Ruhe nahe ſein. Er kommt und geht und kommt wieder, zwei⸗ oder dreimal des Tages. Er beweist ihr eine Liebe, deren Heftigkeit er nur um ihretwillen gedämpft, er überſchüttet ſie mit Geſchenken, die ſie nur ſeinet⸗ willen annimmt, aber ſeine Unruhe thut ibr ſichtlich weh⸗

Was zum Teufel iſt das für ein Toben und Fech⸗ ten? Ich weiß nicht, wozu es dienen ſoll? brummte Bär ebenſo mißvergnügt.

Nicht wahr, es iſt viel beſſer, ruhig zu Hauſe zu ſitzen und ſeine ſüße Grütze zu eſſen? ſagte ich, in⸗ dem ich eine dampfende Schüſſel Grütze auf den Tiſch

ellte. Ja, wenn man ſie mit ſeinem herzallerliebſten Weibchen verzehrt.

war zufrieden mit der Artigkeit, obgleich ſie etwas Grützwärme enthielt. Aber auch dieſe Wärme muß gepflegt und geachtet werden. Der Myrthenbaum der Ehe gedeiht ohne ſie nicht hier im Norden.

Den 12. Februar.

Ein ſchreckliches Ereigniß im Dahl'ſchen Hauſe! Eine Nacht iſt inzwiſchen verfloſſen, aber noch zittert meine Hand ſo, daß ich die Feder nicht feſt halten kann. O meine Ahnung!

Geſtern Abend waren Bär und ich bei unſeren Freunden. Bär ſaß bei den beiden Alten. Serena und Bruno waren im nächſten Zimmer. Ich war auch da; ich ſaß am Piano und ſpielte einige Choräle, die ich erſt neulich erhalten hatte. Allmälig ſpielte ich immer langſamer und machte lange Pauſen bei jedem Orgelpunkt, denn ich hörte Worte ſprechen, die meine ganze Aufmerkſamkeit feſſelten. Bruno war dieſen Abend ungewöhnlich düſter geweſen, und ich hörte, wie Se⸗ rena, die neben ihm auf dem Kanapee ſaß, ihn mit dem Tone inniger Zärtlichkeit, mit den ſüßen, zarten