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Die Nachbarn : Skizze aus dem Alltagsleben / von Friederike Bremer
Entstehung
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um ihre Bundeslade, und durchaus nicht will, daß ich mich unter die Philiſter hinausbegeben ſoll. Mit einem Ach im Herzen folgte ich wa chère mère an den Wa⸗ gen. Noch brannten die Lichter die Straße entlang⸗ noch flammten die Marſchälle. Ma chére mére konnte den Schein ſehen und war heiter und geſprächig. Man⸗ ches kernige Sprüchwort ging dem merkwürdigen Tage zu Ehren aus ihrem Munde. Sie ſchloß eine Lobrede auf die alten Dahl's mit folgenden drei: Es iſt nicht ſo leicht in's Reich Gottes hinein

zu ſpringen. Wer die Roſen pflücken will, muß die Dornen

nicht fürchten. Wer Tugend ausſäet, der erntet einen guten

Namen.

Dreiundzwanzigſter Brief.

W. den 6. Februar.

Geſtern war großer Ball auf dem Rathhauſe. Die Stadt hatte ihn für die Patriarchen veranſtaltet.Du mußt auch hingehen, ſagte ich zu Bär.Ich muß nicht hingehen, ſagte er.Ich gedenke daheim zu bleiben und mit meiner Frau ein Pas de deux zu tan⸗ zen. Ich machte im Anfang allerhand Einwendungen, mußte ihm aber doch endlich Recht geben, und in der Munterkeit unſeres Herzens tanzten wir wirklich eine Menuet, wozu ich ſang und Bär den Baß brummte. Dann ſetzte ich mich, um kleine Propheten zu nähen. Du verſtehſt wohl, was dieſer Name bedeuten ſoll. Bär öffnete ſeinen Sprachkaſten, was mich immer ſehr erfreut; und gab aus ſeinem reichen Vorrath von Lebens⸗ und Menſchenerfahrung manchen koſtbaren Biſſen zum Beſten. Ich habe einige ſeiner Erzählungen aufgezeich⸗ net und werde ſie dir ein ander Mal mittheilen. Es