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die ihren Arm emporgeſtreckt hatte und mich feſthielt, indem ſie höhniſch rief:„Holla dort oben! Hilf dir jetzt, wie Oreftes, oder bleibe vielmebr auf der Sproſſe ſitzen und gluckſe uns vor wie eine Orre.“*) Was Oreſtes in meiner Lage gethan haben würde, weiß ich nicht, aber mein Zorn und meine Geberden erinnerten vermuthlich mehr an einen in der Schlinge feſtſitzenden Vogel, als an einen gefangenen Helden, denn rings um mich her erhob ſich ein unbeſchreibliches Gelächter und machte mich vollkommen wüthend. Mit lauter Stimme rief ich Pylades um Hülfe an. Pylades ſah aus, wie ein Feig⸗ ling; er machte meiner Feindin einige Vorſtellungen, aber ohne alle Kraft.„Ich fordere dich heraus, ich verlange Satisfaction!“ ſchrie ich Darius zu, allein dieſer lachte bloß und ſagte:„Bravo, Orre, bravo! Siehe, gerade ſo hielt Czar Peter den großen Karl Xll. in Bender feſt.“ Ich war auf dem Sprung, eine ver⸗ zweifelte That zu begehen, als eine der Lehrerinnen kam, dem Auftritt ein ſchnelles Ende machte und mich befreite. In meinem Innern kochte es voll Bitterkeit. Ich ging zu Pylades und ſagte:„Du haſt dich wie ein Elender benommen, Pylades. Foige mir auf der Stelle, ich will dieſe Prahlerin herausfordern; ſie hat mich beſchimpft, du ſollſt mein Sekundant ſein.“ Pylades ſah furchtſam aus, wie ein Haſe, wagte es aber nicht, nein zu ſagen.
(Du bemerkſt vermuthlich, beſte Marie, daß ich von denſelben Perſonen bald per er, bald per ſie ſpreche, allein halte mir dieſ⸗ Verwirrung zu gute, ſie charak⸗ teriſirt den ganzen Auftritt, ſo wie den Wirrwarr, der damals in meinem Hirn herrſchte.)
Ich ſuchte jetzt Darius auf, der mit kränkender Kaltblütigkeit an eine Wand gelehnt daſtand und etwas vor ſich hin ſang. Mit gerunzelten Augenbrauen trat ich vor ſie und fragte:„Was meinteſt du ſo eben?“


