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war, ſo war ich doch nicht minder für die ſchwediſche eingenommen. Karl XII. war mein Abgott, und oft unterhielt ich meine Freundinnen mit ſeinen Großthaten, wobei ich vom glühendſten Enthuſiasmus entflammt wurde. Wie ein kaltes Waſſer kam Darius eines Tags darüber und ſtellte ſich mit der Behauptung entgegen, Czar Peter I. ſei ein weit größerer Mann geweſen, als Karl Xll. Ich nahm die Herausforderung mit blindem Eifer und innerer Raſerei auf. Meine Geg⸗ nerin führte mit Kälte und Sachkenntniß eine Menge Thatſachen für ihren Satz an und ſo oft ich darauf eingehen und meine Helden ſiegreich zum Himmel er⸗ heben wollte, wurde mir jedesmal Pultawa in den Weg geworfen. O Pultawa, Pultawa! Manche Thrä⸗ nen find über deine blutige Wahlſtatt gefloſſen, aber keine bitterern, als ich in der Stille vergoß, wenn ich wie weiland König Karl dort eine Niederlage erlitt. Sie waren voll von einem Schmerz, den ich jetzt nicht mehr begreife. Meine Gegnerin wurde mir wirklich verhaßt. Ich haßte ſie wie Czar Peter ſelbſt und das Volk. deſſen Herr er war.
Noch ein dritter Funke und die Flamme brach aus. Ein junges, hübſches Mädchen, das die männliche Klei⸗ dung nicht weniger weiblich und ſchüchtern zu machen vermochte, erwarb ſich meine chevalereske Neigung und ich erklärte mich für ihren Ritter. Eines Tags, als ich im Begriffe war, ihr Verſe von Racine vorzudeklamiren, ſtand auf einmal der abſcheuliche Darius an meiner Seite und ſagte ſpöttiſch:„Ich bin dein Rival.“ Ich warf einen vernichtenden Blick auf ihn und ſagte ver⸗ ächtlich:„Brita Kajſa, bleib du bei deiner Nähnadel.“ Dieß ärgerte Brita Kajſa; ſie wurde roth, während meine ganze Partei ein ſchallendes Gelächter aufſchlug.
Bald darauf ſaß ich auf der Leiter und betrachtete von meiner Höhe herab die unter mir wimmelnde Menge, als ich auf einmal meinen einen Fuß von einer ſtarken Hand angefaßt fühlte und meine lange Feindin erblickte,


