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Die Nachbarn : Skizze aus dem Alltagsleben / von Friederike Bremer
Entstehung
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Tag, Fräulein Malle!“ rief Bär der kleinen Amazone zu,“ ſind Papa und Mama zu Hauſe?“—„Ja wohl!“ rief ſie zurück,„ich reite Purte auf die Waide.“ Sie ritt fort, wir fuhren weiter.„Gott ſteh mir bei,“ rief ich,„ſoll das ein Fräulein ſein?“—„Ja,“ antwortete Bär lakonuch. Wir kamen am Gute an. Dort war ein gewaltiger Lärm. Drei junge Herren in Jagd⸗ kleidern rasten mit wenigaſtens zehn Hunden herum. Beim Anblick Bärs und ſeiner Bärin, wandte ſich die ganze tobende Geſellſchaft gegen unſere unſchuldige Equi⸗ page, wurde aber zum Glück für meinen und meines Geltebten Heldenmuth von den jungen Herren zurück⸗ gelockt und der muntere, aber unharmoniſche Chor zog ſich weiter weg.„Dieſer Ort ſollte Adams⸗Unruh heißen,“ dachte ich. Wäbrend ich durch den Vorſaal gina, kam mir etwas zwiſchen die Füße, ſo daß ich beinabe umfiel. Ich bemerkte, daß es ein Stück Holz war und entdeckte ſofort in einem Winkel des Vorge⸗ machs zwei kleine, boshaft grinzende Figuren, die ſich be⸗ reit machten. die friedlichen Gäſte auf's Neue zu dom⸗ bardiren. Ich drobte ihnen mit dem Holz und batte eine unbeſchreibliche Luſt, die kleinen Wilden eine nävere Bekanntſchaft damit machen zu laſſen. Aber Bär, der bereits im Zimmer war, rief mich und ich mußte ihm nachfolgen, um mich vor— Gott weiß was— zu flüchten, das mit großem Gepolter mir auf den Ferſen nachfolgte. Ich war ärgerlich, mußte aber dennoch lachen. Bär wurde böſe, als er hörte, was mir begegnet war; er öffnete die Tyür in den Vorſaal wieder, ballte die Fauſt gegen die Adamiten und verſprach ihnen— ich glaube ein Klyſtier, wenn ſie die Leute nicht in Ruhe laſſen. Nachdem wir uns erholt, Bär ausgebrummt und ich genug gelacht hatte, gingen wir weiter und

trafen in einem hübſchen Zimmer zwei Perſonen von

dem Ausſehen, das gerne einen gewiſſen Rang und ein gewiſſes Vermögen begleitet. Ich möchte es reputirlich nennen. Es waren der Major und die Majorin. Der