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„Wer iſt ſie? wer iſt ſie?“ fragte ich, ſobald ſie draußen war.
„Ei, ei, Franziske, ſagte ma chére mére,„kennt Sie das Fräulein Hellevy Hausgiebel nicht? Nun da habe ich eine Dummheit begangen, euch einander nicht vorzuſtellen?“
Ich ſtand wie vom Donner gerührt da.„Fräulein Hellevy Hausgiebel?“ rief ich endlich.„Aber Fräulein Hausgiebel ſoll ja alt ſein!“
„Das ſind ihre eigenen Geſchichten,“ ſagte ma chère mère,„ſie hat ihre eigenen Narrheiten im Kopfe und läßt es ſich eben ſo angelegen ſein, ſich alt zu machen, wie Andere jung zu erſcheinen. Sie gibt ſich für eine Vierzigerin aus und iſt gewiß noch keine 35 Jahre alt. Ich halte keine große Stuͤcke von ihrem Vogelneſt, denn ich verſtehe mich nicht auf all die Schnecken, Würmer und Schwämme, die ſie dort ſammelt, im Uebrigen iſt ſie eine geſcheidte und achtungswürdige Perſon, von der ich eine ganz gute Meinung habe.“
„Aber welche wird ſie wohl von mir haben?“ dachte ich, indem ich mich, verlegen über meine Unvorſichtigkeit nebſt Bär in's Cabriolet zurückbegab. Mein Hut hatte wenig Aufſehen gemacht und ich hatte eine Dummheit begangen. Der Anfang unſerer Fahrt war nicht glänzend.
„Bah,“ tröſtete ich mich.„Fräulein Hausgiebel iſt eine verſtändige Perſon. Ich bin im Ganzen nicht dumm. Wir werden die Sache ſchon in's Reine bringen. La Bruyère ſagt ja: Le sot ne se retire jamais du ridi- cule, c'est son caractère: l'on y entre quelquefois avec de l'esprit, mais['on en sort.“— Und luſtig rollte der Wagen fort auf Adamsruh, die Reſidenz des Majors Stalmark los. Nicht weit davon ritt ein junges Mäd⸗ chen von etwa vierzehn Jahren auf einem ungeſattelten öländiſchen Pferde uns entgegen, ihr Haar war röth⸗ lich und ihr ganzer Anzug in großer Unordnung.„Guten
Bremer, die Nachbarn. 4


