barin zögernd,„hm!.. Gott weiß, ob dieß nicht zu viel geſagt iſt. Boshaft? Sie ſagt ſo ziemlich ihre Meinung über die Leute, aber ſie thut dieß mit Offen⸗ heit und tritt dabei Niemanden zu nahe. Abgeſchmackt? Nun ja, ja, das mag wahr ſein. Sie hat ihre Mängel, wie manche Andere, ja vielleicht noch mehr. Aber das Gleichniß werden Sie gewiß in allen Fällen treffend finden.“
„Ich möchte wohl wiſſen,“ ſagte ich, beluſtigt durch dieſen Einfall, der in ihrem Munde weniger boshaft klang, als er auf dem Papier erſcheinen dürfte, ich möchte wohl wiſſen, was Sie von meinem Manne und von mir ſagen und womit Sie uns vergleichen?“
„Wer kann den guten Doctor Werner ſehen, ohne“ an Plumpudding zu denken? und Sie, meine gute Ma⸗ dame, ſind die ſüße, brennende Sauce dazu, ohne welche er nicht halb ſo ſchmackhaft ſein würde. Aber— in Beziehung auf Ihre künftigen Bekannten wollte ich nur noch hinzufügen, daß Sie nie etwas recht Ehrwürdiges geſehen haben, bevor Sie die alten Dahl's ſehen, und daß Sie keinen klaren Begriff von Liebenswürdigkeit bekommen, bis Sie ihre Enkelin Serena, die Blume des Thals, wie ſie in doppelter Beziehung genannt wird, kennen gelernt haben.“
„Serena?“ wiederholte ich;„das iſt ein wunder⸗ licher Name.“
„So werden Sie nicht mehr denken, wenn Sie das Mädchen ſehen. Unſer Herrgott ſcheint ſie ſelbſt ge⸗ tauft zu haben. Aber jetzt muß ich Sie verlaſſen und weiter fahren. Wenn Sie nun nach dieſem Geſpräch mich für verrückt oder für boshaft erklären wollen, ſo will ich Ihnen zum Voraus ſagen, daß ich mich Nichts darum bekümmere. Jedenfalls gefallen Sie mir, und ich hoffe, Sie bald wieder zu ſehen.“
Hiemit drückte ſie mir ſehr freundlich die Hand, ſtand auf und nahm leicht und ſchnell Abſchied von Allen. Als ſie hinausging, merkte ich, daß ſie etwas


