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Die Nachbarn : Skizze aus dem Alltagsleben / von Friederike Bremer
Entstehung
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jetzt, mein Weibchen, ſondern nimm mich in den Arm und küſſe mich.“

ch gab ihm— eine kleine Ohrfeige, raubte einen Bogen Schreibpapier und entfloh laut jubelnd. Bär verfolgte mich, ſchrecklich brummend, bis in die Küche, dort aber wandte ich mich gegen ihn um, wohl bewaff⸗ net mit zwei leckern Paſteten, die gegen ſeinen Mund gerichtet waren und darin verſchwanden. Bär wurde darauf ganz ſtill, der Bogen Papier ward vergeſſen und

die Verſöhnung abgeſchloſſen. Ich ſage dir, Marie,

es gibt kein beſſeres Mittel, den Mund dieſer Herren der Schöpfung zum Schweigen zu bringen, als wenn man einen guten Biſſen hineinſtopft.

Auf den Nachmittag wollen wir mit unſeren Be⸗ ſuchen in der Nachbarſchaft anfangen. Ich werde mich ſchön kleiden— ich habe einen kleinen Strohhut mit Syringen darauf, der ſich recht hübſch ausnimmt— und werde wohl darauf achten, mit welcher Zufriedenheit Bär„meine Frau! meine Frau!“ vorſtellen wird. Er ſagt dieſes„meine Frau“ mit einem ganz eigenthüm⸗ lichen und vergnügten Tone. Aber jetzt darf„meine Frau“ nicht länger ſchwatzen. Sie muß beim Mittag⸗ eſſen ihrem Manne aufwarten.

Nachmittags. SSchon wieder ein kleiner Streit. Es iſt gefährlich, den ſchlafenden Löwen zu wecken.

Die Scene iſt bei den Waffeln.

„Meine liebe Freundin, welchen Hut gedenkſt du heute Nachmittag aufzuſetzen?“

„Meinen kleinen Strohhut mit den Syringen.“

„Den? Ach nein! Nimm lieber den weißen Florhut, der iſt ſo ſchön.“

„Was? Meinen einzigen Staats⸗ und Feſthut! Was denkſt du, mein Engel? Mit dieſem im Cabriolet ſitzen, im Staube— und vielleicht regnet es auch.“

„Nun, dann ſtäubt es wenigſtens nicht.“

„ S