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Die Nachbarn : Skizze aus dem Alltagsleben / von Friederike Bremer
Entstehung
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nun, nun, fahre Sie in Gottes Namen fort, aber komm Sie bald wieder, denn ſieht Sie, meine Kleine, Sie hat mir ſogleich gefallen und Sie kann nicht zu oft kommen. So, ſo, gehe Sie jetzt nur. Ich kann es nicht leiden, wenn die Leute ſo lange hinſtehen und Ab⸗ ſchied nehmen. Adieu, Adieu!“

Ich machte, daß ich fortkam, ſprang lachend meines Weges, und jetzt ſage auch ich Adieu, Adieu! denn ich muß meinem nach Hauſe kommenden Bär guten Tag Ich darf ihn jetzt einige Tage bei mir be⸗

alten.

Den 11.

Hier ſitze ich wieder mit meiner Feder und mit einer gewiſſen Schreibluſt, habe aber durchaus nichts Beſonderes mitzutheilen. Alles in Ordnung im Haus und der Haushaltung. In der Küche werden kleine Paſteten gebacken. Das Wetter iſt ſchwül; Laub und Vögel ſind matt. Die Hühner liegen im Sande vor dem Fenſter. Der Hahn ſteht einſam auf einem Fuße und ſieht ſich mit der Miene eines ſchläfrigen Sultans in ſeinem Harem um. Bär ſitzt in ſeinem Zimmer und ſchreibt Briefe; die Thüre in das meinige iſt offen. Ich böre ihn gähnen, das ſteckt an. O, o, ich muß tinen kleinen Streit mit Bär anfangen, um uns beide munter zu machen. Ich brauche gerade jetzt einen Bogen Papier, um Confekt darauf zu backen. Bär iſt abſcheulich ſchäbig mit ſeinem Papier und deßhalb muß er jetzt davon hergeben.

Später.

Alles fertig! Ein vollkommener Streit und wir veide wurden außerordentlich munter dadurch. Du, Marie, mußt auch Theil daran haben, damit du ſiehſt, wie es zwiſchen Eheleuten zugehen kann.

Ich ging zu Bär und ſagte ganz ſanftmüthig: „Mein Engelsbär, du mußt ſo gut ſein und mir einen