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zappeln, kein Vogel halb todt au einem Nagel hängend flattern. Ein Meſſerſtich ſoll ihnen ſogleich den Tod geben und ſie von der Tortur befreien.“
Dieſe und noch einige andere ausführlichere Vor⸗ ſchriften ſoll mein Geſetz enthalten. Wie viel unnöthige Grauſamkeit wird nicht alle Tage verübt, vloß weil man nicht daran denkt, was man thut? Und wie un⸗ verſtändig, wie unwürdig iſt nicht Grauſamkeit gegen Thiere! Iſt es nicht genug, daß ſie bei der damaligen Weltordnung verurtheilt find, uns während ihres Lebens zu dienen und nach iyhrem Tode uns zu ernähren? Sol⸗ len wir dieſes ſtrenge Loos noch mehr verbittern? Wir ſind in manchen Fällen gezwungen, feindſelig gegen die Thiere zu verfahren: aber grauſame Feinde brauchen wir nicht zu ſein. Wie unendlich weniger würden ſie nicht leiden, wenn wir ſie in allen den Fällen, die fie mit den Menſchen gemein haben, menſchlich behandelten, wenn wir für ihre Schwachheit im Alter, für ihren Schmerz in Krankheit und Tod Sorge trügen!
In der alten Welt gab es Geſetze, welche Milde gegen die Thiere zur heiligen Pflicht machten und ihre Uebertretung ſtreng beſtraften. Und wir, Marie, wir, die wir uns zur Religion der Liebe bekennen, ſollten wir ſchlimmer gegen die Thiere verfahren, als die Heiden?
Sagt nicht Er, der das Reich der Liebe auf Erden geſtiftet, daß kein Sperling zur Erde falle, ohne daß es vom Vater im Himmel bemerkt werde?(Merke dir, Marie, er ſagt nicht, der Sperling dürfe nicht fallen, ſondern bloß, er werde vom Vaterauge geſehen.) Ja, bemerkt werden die unnöthigen Leiden, welche Uepyigkeit, Leichtſinn oder Grauſamkeit der Menſchen den Thieren zufügen; gehört wird ihr Jammergeſchrei und ihr Ge⸗ ächze. Wird jenſeits dieſer Welt nicht ein rächender Wiederhall derſelben die Hölle noch um eine Qual ver⸗ mehren und ſelbſt im Himmel der Menſchen den Frie⸗ den ſtören?*


