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Die Nachbarn : Skizze aus dem Alltagsleben / von Friederike Bremer
Entstehung
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in dieſer ſo ſchönen Morgenſtunde unſern Kaffee dort? Ich will ſogleich..

Nein, Morgens nicht, ſagte Bär zu meinem Eifer lächelnd.Da muß ich in die Stadt und nach meinen Patienten ſehen.

Ach, daß die Leute ſich auch nicht geſund halten können! rief ich verdrießlich.

Und was ſollte dann ich anfangen? ſagte Bär mit komiſchem Schreck.

Mit mir auf die Schwaneninſel fahren!

Ich komme um drei Uhr zum Mittageſſen zurück und auf den Abend können.... wir das verdammte Loch d oben! Ich hätte nicht geglaubt, daß die Vorhänge o zerl

Das Loch ſoll bleiben, ſo lange ich da bin! rief ich eifrig.Ich werde nie vergeſſen, daß ich durch die⸗ ſes zum erſtenmal die Sonne auf Roſenvik ſah. Aber ſage mir, was iſt das für eine alte Feſte dort, die ſo grau über den See herüber ſchimmert wo der Wald ſo ſchwarz iſt?

Das iſt Ramm. Ein großes Herrengut.

Und wer wohnt dort?

Gegenwärtig Niemand. Vor fünfzehn Jahren ge⸗ hörte es ma chére mére; allein ſie befand ſich nicht gut dort, zog daher nach Carlsfors und verkauſte Ramm. Das Gut wurde von Bauern gekauft, die zwar das Land anbauen, das ſchöne Haus und den Park aber in Verfall gerathen laſſen. Jetzt ſagt man, dieſe ſeien für den Sommer von einem Ausländer gemiethet, der in der Gegend jagen wolle. Er hat ſchöne Gelegenheit dazu im Walde ſelbſt, der über eine Meile im Umkreis hat und wo das Wild ſich ſchon lange in ungeſtörter Ruhe vermehren durfte. Wir werden uns von Zeit zu Zeit dort umſeben. Aber jetzt, mein liebes Weibchen, muß ich mein Frühſtück haben und dir dann auf einige Stunden Lebewohl ſagen.

Als der Kaffe getrunken war und Bär in ſeinem