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Worte waren:„Vergeſſe Sie nicht, daß ich meine Ser⸗ viette wieder bekomme. Ich ſah Bär etwas verwundert anz er lächelte und hob mich in den Wagen. Jetzt war es mir recht angenehm, die Bekanntſchaft ma chère mère's ſo aus dem Stegreif gemacht zu haben. Ich fühlte, daß wenn dieß etwas vorbereiteter und feierlicher geſchehen wäre, ihre Haltung und ihr Blick nieder⸗ drückend auf mich gewirkt haben würden.
Recht froh war ich über den Kalbsbraten, denn ich wußte nicht, wie es mit den Vorrathskammern in Roſenvik ausſah. Auch freute ich mich ſehr, endlich nach Hauſe zu kommen und das Geſicht einer Magd und ein gemachtes Bett anzutreffen, denn wir hatten an dieſem Tage zehn Meilen gemacht und ich war ſehr müde. Ich ſchlummerte ein wenig während der Vier⸗ telmeile von Carlsfors nach Roſenvik. Es war Abends 11 Uhr, als wir ankamen, und ſo dunkel, daß ich nicht ſehen konnte, wie mein Eden ausſah. Das Haus ſchien mir etwas grau und etwas klein im Vergleich mit dem, von welchem wir ſo eben kamen. Das machte indeß Nichts; Bär war ſo herzlich gut und ich ſo herzlich ſchläfrig. Auf einmal wurde ich ganz wach, denn es ging mir, wie es in den Feenmährchen zu gehen pflegt. Ich trat in ein ſchönes, wohlbeleuchtetes Zimmer und erblickte mitten in demſelben einen gedeckten Theetiſch, ſchimmernd von Silber und Porzellan, und an demſelben ein allerliebſtes kleines Dienſtmädchen in der ſchönen Feiertracht, wie ſie den Bauernmädchen in dieſer Gegend eigen iſt. Ich that einen Ruf des Entzückens und aller Schlaf fuhr mir aus dem Leibe. Binnen einer Viertel⸗ ſtunde ſaß ich, wie es ſich gebührt, als die Wirthin am Theetiſch, bewunderte den ſchönen Teppich, die Theekanne, die Taſſen, die Theelöffel, auf denen ich die Anfangsbuchſtaben zu Bär's und meinem Namen las, und fervirte meinem Bären, der herzinniglich ver⸗ gnügt ſchien, Thee.
Und es ward aus Abend und Morgen der erſte Tag.


