Teil eines Werkes 
6 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde. 89

Die erſchreckte Frau umfaßte die Kniee ihres Ge⸗ mahls und rief ihm mit durchdringendem Tone zu, wäh⸗ rend Veerle in äußerſter Verzweiflung ſchreiend ihn an der Hand riß:

O, Jakob! Jakob! erbarme Dich meiner! Komm, fliehe! Bedenke Deine Kinder! Ach, Gnade, Gnade für ſie!

Ein Lärm, wie von hundert wüthenden Menſchen⸗ ſtimmen, hallte aus der Ferne über die Häuſer hin.

Stumm und unter entſetzlichen Qualen küßte Arte⸗ velde ſeine Frau, ſeine Tochter und ſein unſchuldiges Söhnchen.

Ein abſcheulicher Blutſchein ſchlug von Außen in das Gemach und erleuchtete plötzlich dieſes feierliche und gräß⸗ liche Lebewohl.

Artevelde warf einen Blick auf das Fenſter, durch welches der Glanz ſich nähernder Fackeln ihm entgegen⸗ ſchlug.

O, das Unglück! das Unglück! Da ſind ſie! ſchrie Frau Artevelde.Jakob! Jakob!

Aber der Oberhauptmann entriß ſich den Bitten und Beſchwörungen der Seinen und ging zitternd, die Augen mit den Händen bedeckt, in die Kammer zurück, während die Frauen und ſein Sohn bereits über den Gang fort⸗ geführt wurden.

Cathelyne! Veerle! Philipp! mein Kind! Ach! verzeiht mir! verzeiht mir!

Wie zerſchmettert blieb der Oberhauptmann in der Kammer ſtehen, bis ein furchtbares Mordgeſchrei