Teil eines Werkes 
6 (1849)
Entstehung
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86 Jakob von Artevelde.

Cathelyne. Alles iſt ruhig und ſtill in der Stadt. Die Ankündigung, daß ich öffentliche Erklärungen geben wolle, hat die Gemüther beſänftigt. Meine Freunde ſind bereits hinaufgegangen; ſie bringen mir gute Nachrichten. Sei wohlgemuth und ohne Angſt, bis ich wiederkomme....

Ein vor Eile keuchender Mann jagte in vollem Laufe den Sanct Pietersberg hinab. Der Schweiß ſtrömte von ſeiner Stirne; er ſtreckte die beiden Hände klagend aus, wie Jemand, der ein großes Unglück zu verkünden hat; von Zeit zu Zeit blieb er jedoch plötzlich ſtehen und wandte das Geſicht dem Berge zu, von wo ihm aus der Ferne eine röthliche Gluth, wie ein ſchrecklicher Brand, entgegenſtrahlte. Dann ſetzte er mit ſeltſamem Heulen ſeinen Lauf nach dem Wallthore fort und fiel plöͤtzlich mitten in die Mannen von Sanct Jan hinein, die vor Artevelde's Hauſe Wache hielten. Ohne ſich um die Ge⸗ genwart derſelben zu bekümmern, eilte er nach der Thüre und wollte anpochen. Man riß ihn jedoch gewaltſam von derſelben fort.

Um Gottes Willen hindert mich nicht! Erkennt mich doch, Freunde! Ich bin es, Lieven, Lieven Denys! Ich muß, ich muß den Oberhauptmann ſehen! Raſch! raſch!

An dem Klange ſeiner Stimme erkannte man ihn, und beeilte ſich, ihm die Thür zu öffnen. Er drang wie der Blitz in das Gemach, wo Frau Artevelde und ihre Tochter noch wie früher ſaßen.

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