Teil eines Werkes 
6 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde. 85

Artevelde ließ das Knäbchen von ſeinem Knie her⸗ abſteigen und ging zu ſeiner Gemahlin. Er ſchlang ſei⸗ nen Arm um ihren Hals, küßte ſie auf die Stirn und ſagte:

Edles Weib! Du leideſt! Dein Mutterherz wird zerriſſen...... Und doch willſt Du Jakob ſeiner Pflicht nicht abwendig machen. Du giebſt ihm den Muth, ſein patriotiſches Werk auszuführen. Wird unſer theures Flandern von Sklaverei und Verderben gerettet, ſo wird man ſagen, daß ich dieſes Rieſenwerk ausführte.... Und doch biſt Du es allein, wunderbare Heldin, der das Vaterland ſeine Freiheit zu verdanken haben wird; denn Du allein, Mutter meiner Kinder, hatteſt das Recht zu ſagen: Halte ein! laß das Vaterland in den Abgrund ſinken! rette ein Leben, das Dir nicht gehört! Du haſt das nicht geſagt, ſei geſegnet! Dank, Dank Dir, Cathelyne!

Seine Gattin ſah ihn mit ſchmerzlichem Lächeln an, als wollte ſie ihm noch mehr Kraft geben, und drückte ſeine Hand, obwohl ihr Mund ſich weigerte, die noth⸗ wendige Zuſtimmung zu beſtätigen.

Cathelyne! ſagte der Oberhauptmann, vergrö⸗ ßere Deinen Schmerz nicht durch peinliche Betrachtungen. Noch drei Tage trennen uns von dem feierlichen Augen⸗ blicke. Gott kann viele Wunder thun in ſo kurzer Zeit. Tröſte Dich mit dieſem Gedanken; mache ihn unſerer armen Veerle klar. Ich verſichere Dir, mir kann vor dem Tage der Verſammlung nichts Böſes geſchehen. Eine unüberwindliche Angſt macht Dich in dieſem Au⸗ genblicke zittern. Ich weiß es, aber Du haſt Unrecht,