80 Jakob von Artevelde.
Wittwe.„Nun, Gent iſt von einem engliſchen Heere umringt, das der Oberhauptmann mit ſich gebracht hat, um Jeden, der über ſeine Unredlichkeit zu klagen wagt, zu ermorden. Man ſagt, er wolle die Stadt plündern laſſen. Das ſoll unſere Strafe ſein, weil wir das Land, das er ſo treulos verkauft hat, nicht ausliefern wollen.— Aber es ſoll ihm nicht glücken. Mher Geeraert Denys ſoll ihn ſchon daran hindern und uns erlöſen von ſeiner böſen Gewalt!...... Ja, Ihr mögt wohl zittern, Jan!
Dunkeln ſo viele Männer heimlich vorüber— hier, wo gewöhnlich um dieſe Stunde keine lebende Seele zu fin⸗ den iſt! Wer weiß, was da draußen vor Sanct Pieters gebraut wird! Nein, geht nicht aus, lieber Junge! Bei einem Auflauf kennt man weder Freund noch Feind. Euch könnte etwas Schlimmes widerfahren.“
Seit die Frau Geeraert Denys Namen ausgeſpro⸗ chen hatte, ſtand der Jüngling mit niedergeſchlagenen Augen vor ihr, zitternd wie ein Miſſethäter, der ſeine Anklage aus dem Munde des Richters hört. Sie ſtand vom Stuhle auf, und ihn mitleidig bei der Hand faſſend, ſagte ſie:
„Nun, Janl erſchreckt doch nicht ſo! Die Hütte einer armen Wittwe iſt der ſicherſte Schutzort, wenn es ſtürmt.
Hieher kommen ſie nicht; bleibt zu Hauſe! ſetzt Euch zu
mir! Wir wollen mit einander ſchwatzen und uns ruhig auf Gott verlaſſen, ſelbſt wenn in dieſer Nacht das Haupt des Tyrannen fiele.”“
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