76 Jakob von Artevelde.
Schöffenhauſe zu begeben. Ghelnoot van Lens ſprach noch eine Weile mit ihm, um ihm zu beweiſen, daß die Knappen von Sanct Jan gerufen werden müßten, wor⸗ auf er ſich ebenfalls entfernte, um den Oberſten der Wache zu benachrichtigen, ſein Pferd fortzubringen und ſeine Reiſekleider abzulegen.
Der Oberhauptmann lenkte in den Paddenhoek ein, wo Frau Artevelde, Veerle und der kleine Philipp ihn an der Hinterthüre erwarteten. Mit ängſtlicher Freude wurde er von ſeiner Gemahlin und ſeiner Tochter em⸗ pfangen. Er hob ſeinen fünfjährigen Sohn vom Boden auf und trug das jauchzende Kind unter zärtlichen Um⸗ armungen hinein...................
In Sanct Pietersdorf, nach der Klauſe von Sanct Quinten zu, ſtand ein kleines Haus, welches die arme Wittwe eines Walkmüllers bewohnte. Hier ſaß in ei⸗ nem Kämmerchen unter dem Dache ein Jungling, wel⸗ cher mit tiefgeſenktem Haupt auf den Boden blickte.
Seine Kleider, obwohl von früherer Pracht zeugend, waren unanſehnlich und verſchoſſen, hier und da ſogar mit einem großen Flecken beſetzt. Sein Geſicht, durch den ſchwachen Schein einer thönernen Lampe erleuchtet, zeigte die äußerſte Magerkeit und trug die unverkenn⸗ baren Spuren eines verzehrenden Seelenſchmerzes. Wäh⸗
rend tiefe Falten ein peinliches Lächeln rings um ſeinen Mund zeichneten, glühten ſeine Augen in ihren tiefen
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