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Artevelde wartete, bis der engliſche Ritter kam, und begleitete ihn bis in das Dorf, wo er ſeine Freunde ſchon vor der Herberge fand. Die Reiter ſtiegen ab und rie⸗ fen nach Erfriſchungen für ſich und ihre Pferde, während Artevelde mit herzlichem Händedruck den Obriſten ver⸗ ließ und dann raſch mit ſeinen drei Genoſſen und ihrer Begleitung in Gent einritt.
Als ſie ſich der Stadt näherten, ſtand die Sonne bereits ſehr tief am Horizonte. Der Abend umhüllte die Natur mit dem goldenen Nebelſchleier; die Mauern und Thürme von Gent ſchienen von Weitem ein purpurner Gürtel mit goldenen Edelſteinen zu ſein: Alles funkelte und glänzte in ſtiller prächtiger Ruhe bei dem letzten Gruße des ſinkenden Tageslichts.....
Gleich darauf ritten ſie durch das Muidethor. Das Getrappel der Pferde rief die Bürger aus ihren Häuſern auf die Straße; Jeder ſchien erſtaunt bei dem Anblick des Oberhauptmanns; die Meiſten betrachteten ihn jedoch nur mit Verwunderung oder Neugier. In den volkreicheren Straßen dagegen, im Inneren von Gent, ſtießen ſie auf
Zunſtgeſellen, welche mit großer Unverſchämtheit Schimpf⸗ worte und höhnende Vorwürfe hören ließen. Einige ſteck⸗
ten ſogar, als Zeichen von blutigem Spott, ihre Köpfe
zu Dreien unter eine Kappe und ſchrien in ſolcher Hal⸗ tung Artevelde Drohungen zu.
Dieſer ſetzte, mit einem merklichen Ausdrucke von Mitleid auf dem Geſichte, ruhig ſeinen Weg fort, bis an ſeine Wohnung, wo Ser Maes van Vaernewyck
und Pieter Zoetaerde ihn verließen, um ſich nach dem
Jakob von Artcvelde. 75
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