Teil eines Werkes 
6 (1849)
Entstehung
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64 Jakob von Artevelde.

gen ewig zu vereiteln und nutzlos zu machen. Dieſe Ur⸗ ſache liegt in der Unterwerfung unſerer Fürſten unter Frankreichs Willen. Ihre Unterthänigkeit iſt das Band, das durch unſere Geſchichte hindurch wie eine unzerbrech⸗ liche Sklavenkette gewebt iſt; denn was hilft es uns, zu kämpfen und uns frei zu ringen, wenn unſer eigener Graf als Unterthan und Diener unſerer Feinde ſich im⸗ mer bemüht, uns zu ihrem Vortheile anzugreifen und uns zu rauben, was wir gewonnen haben? Verkennt doch nicht, was dreihundert Jahre ſchmerzlicher Erfah⸗ rung uns lehrten! Wenn unſere Fürſten die Sklaven Frankreichs bleiben, wie ſie es jetzt ſind, ſo möge Flan⸗ dern in Zukunft verſuchen, was es wolle, möge ſiegen und ſich auf den Gipfel des Ruhmes und der Macht chwingen, immer wird es entkräftet wieder zurückfallen in dieſelbe Dienſtbarkeit. Es möge hundert Mal von Neuem wähnen, ſeine Bande zu zerreißen, ein Band bleibt doch außer ſeinem Bereiche, und aus dieſem einzi⸗ gen müſſen immer alle anderen wieder entſtehen. Iſt das nicht unwiderleglich? Was waren die hennegauiſchen Baudewyns? Was Ferrand, Gwyde, Robrecht? Was iſt unſer gegenwärtiger Graf Ludwig? Was wird ſein Nachfolger ſein? Unterthanen Frankreichs! Lehensleute des Fremdlings! Gehorſame Diener des franzöſiſchen Thrones! Was nützt es uns alſo, unſer Blut, unſern Geiſt, unſer Leben zu vergeuden, um einem unmöglichen Ziele nachzujagen? Nichts! Frankreich hat mit außer⸗ ordentlich kluger Politik den vlämiſchen Leu an eine Kette gebunden, die außen von Silber zu ſein ſcheint und in⸗

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