Teil eines Werkes 
6 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde.

Wenn Ihr Euch nun aber wirklich dennoch getäuſcht hättet, ſagte Pieter Zoetaerde,würdet Ihr da nicht Eure That Euer ganzes Leben lang betrauern? Denn in dieſem Falle wäre das Vaterland nicht gerettet und Ihr hättet Euren rechtmäßigen Fürſten enterbt.

Ich bekenne, daß es ein äußerſt wichtiger Beſchluß iſt, ſeinen Fürſten ſeiner Rechte zu berauben, antwortete der Oberhauptmann.Ihr, die Ihr meine Freunde ſeid, und mein Herz bis in ſeine geheimſten Falten kennt, Ihr wißt, welche tiefe Ehrfurcht es vor allem geſetzlichen Rechte hegt und wie mächtig es ſich immer gegen alle Gewalt

erhob. Aber Alles hat ſeine Grenzen. Ich, der ich ſo oft mein Leben für das allgemeine Beſte wagte und ihm Alles opferte, Ruhe, Familie, Blut und Ehre, ich habe das Recht, als eine Grundregel meines Betragens anzu⸗ nehmen, daß, wo ein Volk mit Sklaverei und Untergang bedroht wird, alle perſönlichen Intereſſen, wie heilig und großartig ſie auch ſein mögen, weichen müſſen für die Erhaltung des Vaterlandes in ſeiner Unabhängigkeit. Bedenket Flanderns Schickſal ſeit zweihundert Jahren, und Ihr werdet mit mir überzeugt ſein, daß die Noth⸗ wendigkeit ſelbſt uns zu dem äußerſten Schritte, den ich wagen will, unwiderruflich geführt habe. Giebt es wohl auf Erden ein Volk, das ſo unaufhörlich hat kämpfen müſſen, um ſeine Freiheit gegen immer erneute Anſchläge zu vertheidigen? Hunderte von Aufſtänden, Feldſchlach⸗ ten, Siege, unſchätzbare Geldopfer, Vernunft, Arbeit, nichts hat geholfen. Wenige Jahre nach der glorreichen Schlacht der goldenen Sporen, obgleich wir dort den

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