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Jakob von Artevelde.
ſind, um etwas Großes begreifen zu können, gewährt ihnen das Vergnügen, und laßt ſie ſo engherzig bleiben. Was mich betrifft, von Morgen an verlaſſe ich Gent, und wenn ich je wieder ein Amt annehme, ſo möge Gott mich für meine Thorheit ſtrafen!“
Alle betrachteten Artevelde mit geſpannten Mienen und glaubten in ſeinem ruhigen Stillſchweigen zu er⸗ kennen, daß das Gefühl der Nothwendigkeit den Sieg bei ihm davongetragen habe und er einwilligen werde. Aber der Oberhauptmann war nicht von ihren Reden erſchüttert und ſagte nach einer Pauſe endlich:
„Ich danke Euch für Eure Zuneigung, meine lieben Genoſſen! Es iſt Eure Freundſchaft für mich, die Euch ſelbſt die Intereſſen des Vaterlandes zur Seite ſchieben läßt, weil Ihr glaubt, daß ein großes Unglück mich un⸗ mittelbar treffen könne. Dieſe perſoͤnlichen Beweggründe ſind vielleicht edel und lobenswerth an Euch; an mir wür⸗ den ſie nichts ſein, als ſelbſtſüchtige Feigheit. Ihr rathet mir, meinen Plan aufzugeben? Unmöglich! Wenn ich es thäte, ſo würde ich zur ſelben Zeit die ewige Unterwer⸗ fung meines Vaterlandes unter den freiheitshaſſenden Willen des franzöſiſchen Hofes, die Aufopferung unſerer Unabhängigkeit, den Tod unſerer Induſtrie beſiegeln.— Ich weiß es, Irren iſt dem Menſchen eigenthümlich. Viel⸗ leicht täuſche ich mich. Dennoch aber, da meine Seele und mein Gewiſſen mir ſagen, daß mein Gedanke Wahr⸗ heit ſei, darf ich mich durch nichts zurückhalten laſſen,
und wenn meine Freunde ſelbſt gegen mich aufſtän⸗ den.“


