Teil eines Werkes 
6 (1849)
Entstehung
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58 Jakob von Artevelde.

Könnt Ihr mich vom Gegentheil überzeugen, ſo wird es noch immer Zeit ſein, den Entſchluß zu ändern und zu thun, was Ihr verlangt. Das Nothwendigſte iſt, daß ich ſobald wie möglich nach Gent gelange, und wäre es auch, um zu verkündigen, daß Flandern mit meiner Zuſtim⸗ mung auf ewig durch dieſelbe Sklavenkette an Frankreich gefeſſelt bleiben ſoll.

Von ſeinen ſchweigenden Freunden begleitet, hatte er bereits die Thüre erreicht. Alle ſchwangen ſich auf die Pferde und ſprengten den engliſchen Reitern voraus.

Sobald das ganze Geleit aufgeſeſſen war und man die Reiſe fortſetzte, ſagte der Oberſchöffe zu Artevelde:

Wundert Euch nicht, Oberhauptmann, über unſere Angſt und über die Aenderung, die Ihr in meinen und Mher van Lens' Anſichten wahrzunehmen ſcheint. Der wahre Stand der Sachen iſt dieſer: Eure Feinde haben Euren nothwendigen Vorſchlag benutzt, um den alten Haß vieler Bürger gegen Euch wieder anzufachen. Ihre Anhänger erkühnten ſich, zwei Tage lang Mord zu rufen gegen denjenigen, der, wie ſie ſagen, den geſetzlichen Für⸗ ſten enterben will. Sie ſelbſt ſind die heftigſten Feinde unſeres Grafen und haben Euch verfolgt, weil Ihr Euch ſo lange weigertet, ihn gewaltſam ſeiner Rechte zu be⸗ rauben. Dies hilft Euch aber nichts; denn wenn die Menge vom Aufruhrfieber gepackt wird, ſo nimmt ſie ohne Unterſchied alle Gründe an, welche ihren Leiden⸗ ſchaften einen Schein des Rechtes geben können. So kommt es auch, daß man jetzt wieder der Mehrzahl des Genter Volkes weiß gemacht hat, Ihr hättet Flandern

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