Teil eines Werkes 
6 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde. 57

Ghelnoot van Lens faßte ihn bei beiden Händen und ſagte flehend: O, Mher Jakob! befolgt doch dieſen guten Rath! Die Gefahr iſt größer, als wir Euch mittheilen dürfen. Ihr habt Euch durch gute Abſichten leiten laſſen, fügte der alte Pieter Zoetaerde hinzu;aber zweifelt nicht daran, Oberhauptmann, Euer Vorſchlag war eine un⸗ vorſichtige Handlung. Gebt ihn auf! um Gotteswillen, gebt ihn auf! Zweifelhaft betrachtete Artevelde ſeine Freunde und ſuchte ihr Inneres zu durchſchauen, um das Räthſelwort zu ihrem Betragen zu finden. Ich begreife Euch nicht, Genoſſen! ſagte er.Habt Ihr denn vergeſſen, daß Flanderns Unabhängigkeit es verlangt? Und glaubt Ihr denn, daß Jakob von Arte⸗ velde zurückweichen wird, ſelbſt wenn ihm unfehlbar der Tod droht? Nein, nein! ohne mich zu beugen, will ich kämpfen bis zum Schluß. Beſteht in Gent ein Anhang, welcher boshaft oder unwiſſend das Vaterland an Frank⸗ reich auszuliefern ſucht, ſo werde ich mindeſtens meiner Pflicht treu bleiben und Flandern retten, wenn Gott es nicht ſelbſt zur Sklaverei verurtheilt hat..... Die Zeit iſt zu kurz, Freunde, um über dieſen Punkt hier länger zu ſtreiten. Wir müſſen fort. O nein, nein! rief Ghelnoot erſchreckt.Geht nicht nach Gent in ſolcher Abſicht! Kommt! ſagte Artevelde.Unterweges ſollt Ihr mir erklären, was Euch ſo furchtſam macht, und ich werde Euch beweiſen, daß ich meinen Plan nicht aufgeben kann.