Teil eines Werkes 
6 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde.

Gent. Wir wollen doch ſehen, ob eine Verſchwörung von ſchlechten Menſchen und Leligerds die Mehrzahl der Bürger meiner Vaterſtadt gewaltſam beherrſchen und durch Ueberrumpelung über Flanderns Schickſal entſchei⸗ den ſoll! Laßt uns gehen! Je mehr wir Zeit verlieren, deſto ſchlimmer kann der Stand der Sachen dort werden.

Mit dieſen Worten wandte er ſich nach der Thüre; aber als er ſah, daß die Anderen keinen Schritt thaten, um ihm zu folgen, fragte er verwundert:

Was bedrückt Euch denn das Herz, Freunde? Habt Ihr mir noch etwas zu ſagen? Oder dürft Ihr nicht nach Gent zurückkehren? Ihr erſchreckt mich wahrlich; es iſt mehr geſchehen, als Ihr mir mitgetheilt habt. Jetzt be⸗ greife ich Mher van Lens' und Mher Zoetaerde's trauri⸗ ges Schweigen. Sprecht doch offen! Glaubt Ihr, Jakob von Artevelde wiſſe nicht, daß für ihn ſowohl wie für Flandern Alles in der Wagſchaale liegt?

Der Oberſchöffe führte Artevelde in die Mitte des Zimmers zurück und ſagte:

Unſere Sendung iſt nicht vollbracht. Wir ſind zu Euch gekommen, Oberhauptmann, um Euch zu beſchwö⸗ ren, Euern Vorſchlag zurückzunehmen und augenblicklich mit uns nach Gent zu gehen, um dort ſelbſt zu ver⸗ kündigen, daß Ihr nicht mehr Willens ſeid, den recht⸗ mäßigen Grafen mit einer Abſetzung zu bedrohen. Es iſt das einzige Mittel, eine Revolution in Gent zu ver⸗ hindern.

Ein Lächeln bitteren Mitleidens zeigte ſich auf Arte⸗ velde's Antlitz

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