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Jakob von Artevelde. 55
latie der Dechanten und Aelterleute zuſammenrufen und willigte ein, unmittelbar über Euern Vorſchlag zu be⸗ rathen. Was ſoll ich Euch ſagen über dieſe Verſamm⸗ lung? Geeraert Denys hat dort ſeine falſche Rolle ge⸗ ſpielt und die Gemüther gegen Euch aufgehetzt. Seine Anhänger überſchrien einen Jeden, und während dieſe berechnete Gewaltthätigkeit die Mehrheit der Schöffen⸗ bank zum Schweigen zwang, ſtand auf der Straße eine Wolke von Zunftgeſellen, welche Drohungen von Mord gegen Euch und Eure Freunde verſtändlich bis in den Rathsſaal hineinſchrieen. Aus Furcht vor größerem Un⸗ glücke haben wir den Raſenden die verlangte Befriedi⸗ gung gegeben und Euern Vorſchlag verworfen. Kein anderes Mittel blieb uns übrig, um ſie dazu zu bringen, die Waffen niederzulegen und die Gemeine vor einem zweiten Blutbade zu beſchützen. Urtheilt jetzt ſelbſt! Konn⸗ ten wir, umgeben von Verrath und Intriguen, machtlos durch das Benehmen des Oberdechanten, in dieſem ge⸗ fährlichen Zuſtande etwas Anderes thun, als der Noth⸗ wendigkeit weichen? Wenn der böſe Geeraert Denys jetzt in Gent Herr wäre, wenn er die Obrigkeit erneuert und ſeine Anhänger auf das Schöffenhaus gebracht hätte, würde das vortheilhafter für Flandern geweſen ſein? würde das Eure Pläne beſſer unterſtützt haben?“
Der Oberhauptmann ging einige Male tief im Nach⸗ denken auf und ab, ungeduldig den Kopf ſchüttelnd. Dann antwortete er:
„Es konnte nicht anders ſein! Ihr habt Recht ge⸗ than; aber damit iſt nichts entſchieden. Ich gehe nach


