54 Jakob von Artevelde.
Man raſte und wüthete über Verrath und Beſtechlichkeit; Euer Name ward verflucht und die ganze Gemeine in Aufruhr gebracht. An dieſem Abende fanden wir die Bürger noch treu genug. Wir ſandten Wachen aus, und es glückte uns, die öffentliche Ruhe herzuſtellen. Aber am andern Morgen, bei Tagesanbruch, liefen mehr als ſechshundert Geſellen bewaffnet auf den Freitagsmarkt, und riefen, es müſſe noch an demſelben Tage eine Ent⸗ ſcheidung über Euern Vorſchlag gefaßt werden, oder ſie würden das Schöffenhaus beſetzen und die Obrigkeit ver⸗ jagen. Wir wußten wohl, was das bedeutete. Es war eine Verſchwörung der Leliaerds mit Euren Feinden, welche ſich verſtändigt hatten, Euch zu hindern, der Ver⸗ ſammlung beizuwohnen, vorherſehend, daß Ihr durch Euer mächtiges Wort ihre Intriguen vereiteln würdet. Was konnten wir thun? Geergert Denys hielt es mit den Aufrührern; obwohl er es leugnete, merkte man es doch deutlich an dem Geſchrei der bewaffneten Geſellen, welches ihn eben ſo hoch in den Himmel hob, als es Euren Namen mit Schmach und Verwünſchungen belud. Wir haben alle Mittel erſchöpft; guter Rath, Drohun⸗ gen, nichts half bei Männern, die ein vorgeſtecktes Ziel erreichen wollten. Gewalt konnten wir nicht anwenden. Der Oberdechant, der den Befehl über die Macht der Gemeine hat, würde ſich unfehlbar zu den Meuterern ge⸗ ſchlagen haben. Eine totale Umwälzung hätte jetzt ſchon in Gent ſtattgefunden, und jedenfalls wäre das Blut in Stroömen gefloſſen. Die Erinnerung an den böſen Mon⸗ tag hat die Schöffenbank abgeſchreckt. Sie ließ die Col⸗
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