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Jakob von Artevelde. 53
rumpelung berufen!“ ſeufzte Artevelde.„Mein Vor⸗ ſchlag von der Obrigkeit und dem Volke verworfen! Es iſt unbegreiflich! Die Mehrzahl der Schöffenbank theilte doch meine Anſichten und ſah mit mir ein, daß es kein anderes Mittel zur Rettung des Vaterlandes giebt. Gott! Gott! muß ich denn zuletzt noch von meinen beſten Freun⸗ den verrathen werden! Unglückliches Flandern!“
Der Oberſchöffe ergriff ſeine Hand und ſagte mit tiefgefühltem Unmuthe:
„Unglückliches Flandern! in der That! Aber, Mher Jakob! ehe Ihr Eure Freunde beſchuldigt, hört und ver⸗ nehmt die Urſache deſſen, was ſich zugetragen hat. Wir waren mit Euch übereingekommen, daß man am Dienſtag über Cuern Vorſchlag berathſchlagen ſolle. Die Ver⸗ ſammlung war ſeit länger als zehn Tagen angekündigt, und die Gilden ſind ſchon von ihren Dechanten und Ael⸗ terleuten über ihre Anſichten befragt worden. Jeder er⸗ wartete vertrauensvoll den Tag der Verſammlung; die meiſten Zünfte und ihre Dechanten wollten erſt von Euch die Beweggründe für Euern Vorſchlag vernehmen, ehe ſie über die Art ihrer Abſtimmung entſchieden.— Mitt⸗ lerweile waren Fure Feinde thätig, im tiefſten Geheim⸗ niß einen wohlberechneten Plan auszuführen. Wie ſie ihn anlegten, iſt nicht zu ergründen. Freitag Abend, als die Nachricht, daß Ypern Euern Vorſchlag angenommen, ſich in Gent verbreitete, liefen plötzlich viele Zunftgenoſſen durch die Straßen der Stadt und erhoben ein Rachege⸗ ſchrei gegen Euch und Euern Vorſchlag. In den Schen⸗ ken ward Geld in Menge unter das Volk ausgeſtreut.


