52 Jakob von Artevelde. gen, das einige Bogenſchüſſe weiter an der Straße lag. Nachdem er einige Worte mit Lord Sturin gewechſelt hatte, ritt Artevelde mit ſeinen Freunden nach dem be⸗ zeichneten Gebäude. Hier erſuchte der Oberſchöffe die Leute des Hauſes, ſie einige Augenblicke allein zu laſſen. Sobald dieſe eingewilligt hatten, ſagte er mit Nachdruck zu dem Oberhauptmann:
„Fteund Jakob! wir bringen Euch eine Nachricht, die Ihr ſicher nicht erwartet. Geſtern Morgen hat man in Gent über Cuern Vorſchlag entſchieden. Er iſt ver⸗ worfen worden.“
Ein düſterer Schatten der Unzufriedenheit bedeckte plötzlich Artevelde's Antlitz.
„Geſtern?“ fragte er.„Hatte nicht die Schöffen⸗ bank ſelbſt beſtimmt, daß man übermorgen erſt über die
Sache berathſchlagen und entſcheiden ſolle? Ach! ich ver⸗
muthe den Grund dieſer Beſchleunigung. Immer ſchwä⸗ cher gegen Umtriebe! Nun, wie iſt der Beſchluß aus⸗ gefallen?“
„Mit großer Stimmenmehrheit hat man erklärt, daß die Gemeine von Gent niemals ihren rechtmäßigen Fürſten verlaſſen werde, gleichviel, unter welchem Vor⸗ wande man ſie auch darum erſuchen werde. Euer Vor⸗ ſchlag, Oberhauptmann, iſt abgewieſen, getadelt und mit heftigem Zorne von der Obrigkeit und dem Volke ver⸗ worfen worden. Es iſt vielleicht ein großes Unglück für Flandern; aber wir müſſen es ertragen und geduldig das Haupt beugen unter dieſem neuen Schlage.“
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