Jakob von Artevelde.
Damals faßte Artevelde einen äußerſt wichtigen Ent⸗ ſchluß und legte ſein Haupt mit vollem Bewußtſein für Flanderns Unabhängigkeit in die Wagſchaale.
Der König von England war auf Erſuchen des Ober⸗ hauptmanns mit einer mächtigen Flotte vor Sluis er⸗ ſchienen und hatte nach allen vlämiſchen Städten Boten geſandt, mit der Aufforderung, daß Flandern ihm auf's Neue als König von Frankreich huldige. Der Anerken⸗ nungseid ward willig erneuert; aber einer anderen For⸗ derung konnte ſo leicht nicht genügt werden. König Eduard machte auf Artevelde's Rath den Städten begreiflich, der bedenkliche Zuſtand Flanderns werde allein dadurch ver⸗ anlaßt, daß der Fürſt und ſeine Unterthanen Jedes einer verſchiedenen Richtung folgten und einen andern Ober⸗ herrn anerkennten. Als Bedingung ſeiner Freundſchaft drückte er den Willen aus, daß Graf Ludwig gezwungen werde, ihn gleichfalls als König von Frankreich anzuer⸗ kennen, oder daß die Vläminger durch eine feierliche Er⸗ klärung ſich von ihrem Fürſten trennten.
Artevelde hatte bereits ſchon mehr als ein Mal er⸗ fahren, daß Ludwig's ſchwaches Gemüth allein durch Furcht zu rühren und zu leiten ſei. Seit der Ankunft der engliſchen Flotte hatten ſich die Verhältniſſe geändert. Jetzt wenigſtens durfte Philipp von Valois nicht hoffen, Flandern weder durch Macht der Waffen, noch durch Liſt,
noch durch Aufſtand in ſeine Macht zu bekommen. Die Gegenwart des Königs von England an der Spitze eines beträchtlichen Heeres reichte hin, alle Anſchläge augen⸗ blicklich zu vereiteln.
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