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Jakob von Artevelde. 45
die Regierung und die politiſche Richtung der Grafſchaft leiten könnten. In ihrer Verblendung hofften ſie, die Vläminger würden endlich einſtimmen, ſich Frankreichs Willen zu unterwerfen, viele ihrer Freiheiten aufzugeben, die Bürgerſchaft zu entwaffnen und ihre Induſtrie zu ver⸗ nichten. Die ehrerbietigen Vorſtellungen und die man⸗ nichfaltigen Bemühungen der Städte, ihren Fürſten wie⸗ der in Flandern zu haben, betrachteten ſie als einen Be⸗ weis von Schwäche und dringender Noth; anſtatt daher ſeine Unterthanen gütig zu empfangen, wies Graf Lud⸗ wig ihre Bitte trotzig zurück und verletzte die Gemüther auf das Tiefſte.
Der ſchlechte Ausgang dieſes entſcheidenden Verſuches betrübte Artevelde über die Maßen. Er ſah ſich jetzt ge⸗ zwungen, zwiſchen zwei Uebeln zu wählen. Die einzige Hoffnung auf Verſoöhnung mit dem Fürſten mußte auf⸗ gegeben werden, oder Flandern ſich wieder mit dreihun⸗ dertjährigen Ketten belaſten und das Haupt unter dem tödtlichen Einfluſſe des franzöſiſchen Hofes beugen. Für⸗ wahr! Artevelde's Heldenſeele würde niemals einer ſol⸗ chen Erniedrigung ſeine Zuſtimmung geben, und wenn die Welt gedroht hätte, auf ihn einzuſtürzen. Bis zum letzten Athemzuge wollte er mannhaft kämpfen für die Unabhängigkeit und die Wohlfahrt ſeines Vaterlandes. Ein Meuchelmord konnte ihn treffen, ein Aufſtand ihn vernichten, ein Heer ihn zerſchmettern; aber ſo lange ein Herz in ſeinem Buſen klopfte, ſollte Flandern die ſchänd⸗ liche Sklaverei nicht erdulden, und ſollte er einſt erliegen, ſo wollte er fallen und ſterben mit der Freiheit des Landes.
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