Teil eines Werkes 
6 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde. 41

Grund finden, als daß dieſer ſeine Theilnahme an dem Anſchlage gegen Artevelde errathen oder entdeckt haben müſſe; vielleicht hatte Muggelyn ihm Alles offenbart. Dieſer letztere Gedanke erfüllte den Oberdechanten mit Angſt und Schrecken. Er gab ſich die größte Mühe, um zu erfahren, wo ſein Sohn ſich aufhielt, und war Wil⸗ lens, ihn entweder auf freundliche Weiſe oder durch Zwang zur Rückkehr zu nöthigen, um mindeſtens zu wiſſen, was er von ihm zu fürchten habe, und im Noth⸗ fall durch unfehlbare Mittel ſich ſeines Schweigens zu verſichern. Alle ſeine Nachforſchungen blieben jedoch fruchtlos. Mitunter meldete man ihm wohl, daß man Lieven in dem einen oder anderen abgelegenen Viertel zur Nachtzeit wie einen irrenden Schatten neben den Häu⸗ ſern habe hinſchleichen ſehen; ſobald indeſſen der Ober⸗ dechant nach dieſer Seite der Stadt Männer ausſandte, um ſeinen Sohn aufzuſuchen, konnte ihm Niemand Be⸗ richt über denſelben geben.

Da er nun nach einiger Zeit bemerkte, daß auch nicht das geringſte Gerücht ihn anklagte, erinnerte er ſich des edlen Charakters und der tiefen Ehrfurcht ſeines Sohnes, beruhigte ſich über die Folgen der gefürchteten Eröffnung und ließ nicht mehr nach Lieven ſuchen.

Mittlerweile gaben die Zeitverhältniſſe ſeiner Herrſch⸗ ſucht und ſeiner Misgunſt neue Nahrung. Ueber das Schickſal Flanderns und zwiſchen Artevelde und ſeinen Feinden ſollte ein entſcheidender Beſchluß gefaßt werden. Wenn Denys diesmal nicht den Sieg davontrug, ſo mußte er für immer weichen, ohnmächtig beneiden und