Teil eines Werkes 
6 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde.

XVIII.

Die Mehrzahl der Bewohner von Gent hatte den ge⸗ waltfamen Tod des Ribaudenkönigs ohne Erſtaunen ver⸗ nommen und als das natürliche Ende ſeines wüſten und zügelloſen Lebens betrachtet. Da er auf St. Baefsſtede nichts zu thun hatte und ſein Dienſt ihn im Gegentheil verpflichtete, innerhalb des Weichbildes der Stadt zu blei⸗ ben, ſo war er augenſcheinlich in jener Nacht mit freiem Willen aus dem rothen Thurme hinaus gegangen, und dies konnte nach der allgemeinen Anſicht nur geſchehen ſein, um in Folge einer Herausforderung einen Zwei⸗ kampf mit dem Dolche zu entſcheiden. In den Schenken trauerte man noch am Längſten über den Verluſt des fröhlichen Muggelyn; die wichtigen Ereigniſſe indeſſen, welche alle Geiſter beſchäftigten, vertilgten ziemlich raſch das Andenken des Ribauden, und binnen Kurzem ſprach Niemand mehr von ihm, als der Wirth im Hirſch unter dem Glockenthurme, wo Muggelyn ein entſetzlich belaſte⸗ tes Kerbhölzchen zurückgelaſſen hatte.

Geergert Denys vermuthete allein mit einiger Ge⸗ wißheit, wer ſeinen Vertrauten getödtet haben müſſe. Der Strick, den er am andern Tage an dem Fenſter des Zimmers gefunden, und vor Allem die fortwährende Ab⸗ weſenheit Lieven's, der ſeit dem Morde nicht wieder im Hauſe erſchienen war, ließen ihm keinen Zweifel darüber. Für die Flucht ſeines Sohnes konnte er keinen andern

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