34 Jakob von Artevelde.
Lieven legte dem raſenden Muggelyn die Hand auf den Mund und wollte ihn hindern, mit den lauten Be⸗ ſchuldigungen gegen ſeinen Vater fortzufahren. Er bat und flehte ihn an, ſich zu beruhigen, und ſuchte ihm Hoffnung auf Rettung einzuſprechen. Aber der Ri⸗ baudenkönig zog den Kopf weg und rief, mit Lieven ringend:
„Er hat Jahre lang Jungfrau Veerle verleumden laſſen und mich bezahlt, um ſie als eine Buhle Mher Ghelnoot's van Lens auszuſchreien;— er hat mich be⸗ zahlt, um ſie zu rauben, zu entehren und zu ermorden! Ich habe ſie mit Ehrfurcht behandelt und nicht getödtet! Ich war ein Engel von Güte neben Eurem ſchnöden Va⸗ ter, der den Lucifer ſelber beſchämen würde! Er hat mich bezahlt, bezahlt, um Artevelde zu erdolchen! Er hat funf⸗ zig Andere bezahlt, um den Oberhauptmann und ſeine Freunde bei der erſten Gelegenheit zu überfallen und zu ermorden...... Das iſt Geeraert Denys!— Cuer Dolch würde beſſer in ſeiner Bruſt ſtecken, als in der meinen. Gott möge ihn verfluchen!..... Bringt ihm von meinem Blute! Spritzt es ihm in's Antlitz, damit es ihm auf ſeiner hölliſchen Seele brenne! Vergiftet ihn, damit er berſte, ehe er..... Ach! ach! Ich fühle, daß ich ſterbe!— Mich packt der letzte Krampf. Ich verzeihe Euch, Lieven! Ihr habt keine Schuld an meinem Tode.— Seht neben mir.... eine Flaſche.... Sie wird mei⸗ nen Schmerz lindern. Ach! raſch!“
Beſtürzt und wie von Sinnen begriff der Jüngling kaum, was der Sterbende zu ihm ſagte. Sein Vater ein
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