Teil eines Werkes 
6 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde.

befeſtigte er raſch einen großen Dolch an ſeinem Gürtel, nahm einen Strick, der in ſeiner Kammer an einem Nagel hing, und knüpfte das eine Ende deſſelben an den ſteinernen Fenſterpfoſten. Dann öffnete er mit Vorſicht das Fenſter, ließ ſich an dem Stricke langſam auf die Straße gleiten und lief nun an der St. Janskirche vor⸗ bei nach dem Calanderberge.

Er klopfte heftig an Artevelde's Haus an und fragte den ihm öffnenden Diener:

Iſt der Oberhauptmann zu Hauſe?

Nein, er iſt eben mit Mher Ghelnoot van Lens ausgegangen.

Gott, Gott! rief Lieven,und wohin iſt er ge⸗ gangen?

Man hat ihn zu dem Abt von St. Baeſs gerufen, der im Sterben liegt.

Und welchen Weg hat er eingeſchlagen?

Ich glaube, daß er in die Kruisſtraße einbog.

Ohne dem Diener noch irgend etwas zu ſagen oder ihn zu befragen, eilte Lieven fort und nahm ebenfalls den Weg durch die Kruisſtraße.

Es freute ihn anfangs, zu wiſſen, daß Ghelnoot van Lens den Oberhauptmann begleitete. Ebenſo raſch er⸗ wog er jedoch, daß ein Meuchelmörder den Oberhaupt⸗ mann gleich bequem unter ſeinen Freunden wie allein treffen könne. Vielleicht waren die Böſewichter zahlreich. Wie konnten in ſolchem Falle zwei Männer in dunkler Nacht die Dolchſtöße ihrer unſichtbaren Feinde abweh⸗ ren? Dieſe Gedanken trieben ihn an, ſeinen Lauf noch