Teil eines Werkes 
6 (1849)
Entstehung
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28 Jakob von Artevelde.

hinterſten Theil des Hauſes führte, während Lieven die Thür ſeines Schlafgemaches öffnete und hineintrat. Lie⸗ ven ſetzte ſein Licht auf den Tiſch und warf ſich, von einer quälenden Ahnung geplagt, auf einen Stuhl. Er wußte nicht, warum ihm in der Einſamkeit ſein Herz ſo heftig klopfte, und bemühte ſich mit Gewalt, die Schreckbilder, die ihn verfolgten, zu verſcheuchen. Er überdachte ſeines Vaters Worte und die Erſcheinung der beiden Mörder, und wie ſehr er ſich auch bemühte, dieſe beiden Dinge von einander zu trennen, ſeine Phantaſie brachte ſie im⸗ mer wieder zuſammen. Es ſchien dem zitternden Jüng⸗ ling, daß er an St. Baefs⸗Leije Artevelde's Leiche liegen ſehe, in ihrem Blute ſchwimmend und noch im letzten Todeskampfe röchelnd...... Als er ſich eine Zeit lang bewußtlos dieſem ſchrecklichen Geſichte hingegeben, ſuchte er ſich zu überzeugen, daß er ſich vergeblich quäle, da der Oberhauptmann keinen Grund haben könne, in der Nacht auf ſolchen abgelegenen und einſamen Wegen zu gehen. Plötzlich aber ging ihm ein ſchreckliches Licht auf und er ſtieß einen Schrei der Verzweiflung aus.

Der Abt von Sanct Baefs, des Oberhauptmanns Freund, lag täglich krank; Artevelde hatte ihn ſchon zweimal am Tage beſucht, weil er unaufhörlich nach ihm gerufen und ſeine Anweſenheit verlangt hatte. Wenn der Kranke nun einen neuen Anfall bekommen und Je⸗ mand abgeſandt worden wäre, um den Oberhauptmann zu holen, oder wenn die Möͤrder ihn durch einen falſchen Boten hätten rufen laſſen?

Während dieſe Gedanken ihm durch den Kopf fuhren,

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