26 Jakob von Artevelde. unterwegs in der Dunkelheit wirklich vor, als ob ich Männer mit ſchleichendem Gange und heimlichen Abſich⸗ ten bemerkte. Nicht weit von hier, hinter dem Giebel der Kirche, ſtanden zwei in einer Ecke, gewiß es waren Diebe, Mörder oder Frauenräuber.“
„Du haſt ſie auch geſehen?“ fragte Lieven verwundert.
„Ich verſtehe Dich nicht,“ antwortete Denys.„Haſt Du ſie denn geſehen?“
„Ach ja!“ ſagte der Jüngling aufſtehend und ſeine Kappe nehmend, als wolle er ſich anſchicken, das Haus zu verlaſſen.„Ich ſah in meinem Schlafzimmer aus dem Fenſter, als dieſe beiden Böſewichter vor der Thüre ſte⸗ hen blieben und davon ſprachen, Jemanden um ein Uhr bei St. Baefs⸗Leije mit einem Dolche niederzuſtoßen; es iſt ſchrecklich, Gent gleicht einer Mörderhöhle, Haß und Neid haben das Blut der Bürger vergiftet.“
„Du hätteſt beſſer horchen ſollen, Lieven; vielleicht hätteſt Du die Stimmen der Mörder erkennen oder min⸗ deſtens vernehmen können, gegen wen ihr Anſchlag ge⸗ richtet war.“
„Sie ſprachen zu leiſe, Vater.“
„Wo willſt Du denn hin?“ fragte Denys, als er ſah, daß Lieven ſeine Kappe aufſetzte.
„Das kannſt Du wohl rathen,“ antwortete der Jüng⸗ ling;„ich laufe zu dem Oberhauptmann, um ihm Kunde zu geben von dem, was Du mir geſagt haſt.“
„Und Du glaubſt, daß er es nicht ſo gut wiſſe, wie wir?“
„Das iſt möglich, aber ich könnte nicht ruhen, hätte
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