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Jakob von Artevelde. 23
„Du erſchreckſt mich, was willſt Du damit ſagen, Vater?“
„Ich will ſagen, daß mir Artevelde Gefahr läuft, ſeinen Kopf zu verſpielen.“
„Schon wieder,“ rief Lieven.„Hat das noch kein Ende?“
„Ein Ende,“ murmelte Denys ſcherzend,„ein Ende ſoll es bekommen, aber vielleicht nicht das Ende, was Du wünſcheſt oder vorausſiehſt.“
„Das ich wünſche, ach! ich wünſche nichts, als Friede und Freundſchaft.“
„Frieden mit ſolchem Tyrannen, der kaum einen Schein von Einfluß wieder bekommen hat, als er auch ſchon wie Herr und Meiſter über Flandern verfügt und das Land ſeiner Herrſchſucht opfert, um unſern Fürſten zu hindern, wieder in ſeine Grafſchaft zurückzukehren; verlangt er doch von ihm eine ganze Reihe erniedrigen⸗ der Zugeſtändniſſe und verhöhnt ihn durch ſeinen un⸗ beugſamen Trotz. Es giebt doch kein Mittel, um Flan⸗ dern von einer gänzlichen Auflöſung zu retten, als die Rückkehr des Fürſten.“
Auf Lievens Antlitz zeigte ſich eine peinliche Ungeduld.
„Aber, Vater!“ ſprach er,„ich begreife Dich nicht. Vor wenigen Tagen warſt Du wüthend auf den Ober⸗ hauptmann, weil er, wie Du ſagteſt, den Fürſten wieder in ſeine Herrſchaft einſetzen wollte, und Du fügteſt hin⸗ zu, daß Du die Rückkehr des Grafen als den Todesſtreich für unſere Freiheiten anſähſt.“
„Seine Rückkehr auf erniedrigende Bedingungen, ja.


