Jakob von Arteveldt.
Er hatte kaum einige Augenblicke neben dem Kamine Platz genommen, als die Thür ſich öffnete und der Ober⸗ dechant in das Gemach trat, wo Lieven ſich befand.
Geeraert Denys lächelte bei ſeinem Eintritt und ſchien ſehr heiter; ſeit langer Zeit hatten ſeine Blicke nicht ſolche Zufriedenheit verrathen, man hätte ſagen können, daß ihm ein großes Glück widerfahren ſein müſſe.
„Noch nicht zu Bett, Lieven?“ fragte er.„Das Träumen von Deiner Heirath hindert Dich zu ſchlafen; wann wird die Trauung ſein?
Der Jüngling erſtaunte über die Aufgeräumtheit ſei⸗ nes Vaters. Es freute ihn, die Verzweiflung und den Zorn aus deſſen Antlitz verſchwunden zu ſehn; er ant⸗ wortete ganz vergnügt:
„O, Vater! Jungfrau Veerle iſt beinahe geneſen; ſie kann ſchon morgen ausgehn, wenn die Sonne ſcheint; ich ſoll ſie ſpazieren führen, die Hochzeitsfeierlichkeit wird ſie gewiß ſehr ergreifen, darum darf man jetzt noch nicht daran denken. Da nun Eure freundliche Einwilligung uns vor jedem neuen Hinderniß ſchützt, ſo ſind wir glück⸗ lich genug in dieſer Sicherheit, um mit Dankbarkeit ge⸗ gen Gott und unſere Eltern den erſehnten Augenblick zu erwarten.“
Geeraert Denys ſetzte ſich und ſagte mit ſonderbarem Lächeln:
„Du wirſt doch eilen müſſen, Lieven; denn ich fürchte, daß ſich ſonſt Dinge ereignen könnten, welche die Aus⸗ führung Eurer ſchönen Pläne für lange Zeit unmöglich machen würden.“
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