Teil eines Werkes 
6 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde.

30 üben⸗ auch mitunter zwang, einen Blick auf ihre düſtere, ab⸗ mann ni ſtoßende Seite zu werfen, ſſo hatte doch ſeine Phantaſie zdenten jetzt Kraft genug, um auf der Stelle heitere Grſcheinun⸗ ſen mig⸗ 1 gen vor ſeinen Augen heraufzuzaubern. nehmen

die Er⸗ Eines Abends war Lieven ſchon ziemlich ſpät aus nilte Vhn Artevelde's Wohnung zurückgekehrt, außer ſich vor Freu⸗ duhe fin⸗ de, weil der Arzt geſagt hatte, Veerle ſei nun ſtark genug, egen ihn um kurze Spaziergänge in der warmen Lenzſonne zu ver⸗ nnan be⸗ ſuchen. Er wollte ſich Anfangs zu Bette legen, fühlte denn, daß jedoch nicht die mindeſte Luſt zu ſchlafen, weil allerlei üſſe. Cs zauberhafte Glücksbilder vor ihm aufſtiegen. Demzufolge daß Ser öffnete er das Fenſter ſeines Gemachs, welches ſich dicht ffenrathe über der Hausthür befand, und athmete mit langen Zü⸗ 3 Wahr⸗ gen die friſche Nachtluft ein. Draußen war es ſehr dun⸗ rieb ſeine kel, dichte Wolken bedeckten ganz den Himmel und feiner, Ungeduld faſt unfühlbarer Regen fiel auf die Erde. chlag ab⸗ 3

Vor dem Auge des Jünglings erhob ſich die Sanct Janskirche mit ihren ſtattlichen Thürmen wie ein ſchwar⸗ zer Klumpen, der ſich allein durch ſeine undurchdringliche

an ſeinem

n Kampf Dunkelheit von der Luft ablöſte. Vor ihm und unter inen über ſeinen Augen lag der Kirchhof, wo ſeine ſelige Mutter ledoch der ruhte. Alles in der Natur war ſtill und ſchweigend, aus⸗ glückliche⸗

genommen die Eulen, welche in den Thürmen krächzten,

mit ſeiner und die Hunde, die in den Straßen mitunter ein furcht⸗

en Schatz bares Gebell erhoben. war ihm Trotz der grauenvollen Dunkelheit klopfte das Herz n ſie ihn des Jünglings von Liebe und Hoffnung. Er überdachte

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