Teil eines Werkes 
6 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde. 11

Wenige Augenblicke waren verfloſſen, da begann auch ſchon die Thurmglocke wie zu einer Hofmeſſe zu läuten; die Kirchenthür öffnete ſich und zwei Prieſter im feierlichen Gewande traten aus derſelben und wandten eilend ihre Schritte der kämpfenden Menge zu. Der vor⸗ derſte Prieſter war jung, auf ſeinem ſchönen und edlen Antlitz zeigten ſich Muth und Kraft; er trug eine ſchwere Handglocke und klingelte ſo eifrig mit derſelben, daß der ſchrille Ton wie ein ſchneidendes Pfeifen das Kampfge⸗ heul vorherrſchend durchbohrte. Der zweite Prieſter war ein uralter Greis mit ſchneeweißem Haar und gebo⸗ genem Rücken; dieſer trug mit ſeinen beiden Händen das Allerheiligſte, das er von dem Altar genommen hatte und wie ein Zeichen des Friedens und der Verſöh⸗ nung ſeinen wüthenden Mitbürgern entgegen brachte. Artevelde hatte ihm angeboten, ihn mit ſeinen hundert Mannen zu begleiten, um ihn im Nothfall gegen jedes Ungemach zu beſchützen, aber der Greis hatte die Wache abgelehnt.

Ach, die Aufforderung der Prieſter, die Gemüther zu beruhigen, kam zu ſpät; die Weber hatten die Walk⸗ müller beſiegt und waren jetzt damit beſchäftigt, ihre verzweifelnden, aber unbeugſamen Feinde in die Leije zu treiben oder gänzlich zu vernichten. Fünfhundert Leichen lagen zwiſchen mehr als tauſend verwundeten und ver⸗ ſtümmelten Zunftgenoſſen in dem vergoſſenen Blute.

Als der Prieſter ſich dem Platze näherte, wo der Kampf noch in ſeiner ganzen Heftigkeit fortdauerte, zeigte er den Streitern den Leichnam des Herrn und ging ruhig