134 Jakob von Artevelde.
Wohl denn! das Blut falle auf Dein Haupt zurück! Wir wollen ſehen, ob Dein Muth Deinem trotzigen Wahne gleich kommt. Wer mich liebt, folge mir! Zu den Waffen! zu den Waffen!“
Während er dieſe ſchrecklichen Worte ſprach, warf er die Stühle um und eilte nach der Treppe, von allen Dechanten ſeiner Partei begleitet. Bei dem Rufe:„Zu den Waffen!“ der eben ſo raſch auf dem Markte wieder⸗ hallte, begriffen die Dechanten der Weberei, welche Ge⸗ fahr ihnen drohe, und eilten ebenfalls aus dem Saale, indem ſie riefen:„Zu den Waffen! zu den Waffen!“
Mit gebeugtem Haupte und ſchweigend die Thränen in ſeinen Augen trocknend, ging Artevelde ſtumm hinun⸗ ter und betrachtete mit trübem Blicke die Bewegung der Menge.
Die Dechanten konnten noch nicht einmal den Platz erreicht haben, wo ihre Zünfte ſtanden, als auch ſchon
ein furchtbares Geheul, gleich einem rollenden Donner⸗ ſchlage, aus dem Schooß der Schaaren emporſtieg.„Zu den Waffen! zu den Waffen!“ klang es über den Häu⸗ ſern, wie wenn ein rieſenhafter Wiederhall den bluti⸗ gen Ruf wiederhole.— Unmittelbar darauf wühlte der Volksſchwarm verwirrt durcheinander; der Freitagsmarkt glich einem überſtrömenden See, und die Menge ſtürzte ſich, wie eben ſo viele Bäche, aus ihm in alle angrenzen⸗ den Straßen. Jeder lief in vollſter Eile nach Hauſe, um ſeine Waffen zu holen. Der ſchreckliche Ruf erſtarb in den fernſten Vierteln der Stadt, und gleich darauf war
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