Teil eines Werkes 
5 (1849)
Entstehung
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130 Jakob von Artevelde.

Ihr ſeht, daß ich Niemandem, wer es auch ſei, Recht oder Unrecht gebe, weil ich gezwungen bin, als Ober⸗ hauptmann zu bekennen, daß das Geſetz für die Weber pricht, und weil ich als Menſch und als Chriſt der Ueber⸗ zeugung lebe, daß die Walkmüller Recht haben hinſichtlich ihrer Forderung. Mein Vorſchlag fließt daher aus die⸗ ſer doppelten Ueberzeugung: vier Grote Erhöhung iſt zu viel; die Erfahrung ſagt mir, daß eine ſo anſehnliche Er⸗ höhung des Arbeitslohnes dem vlämiſchen Handel ſcha⸗ den würde, aber wenn Ihr auf meinen Rath hören wollt, ſo theilt den Unterſchied, bewilligt den Walkmüllern zwei Grote, das wird den Handel unmerklich belaſten und für Eure Brüder eine wohlthätige Erleichterung ſein, und Ihr, Walkmüller, begnügt Euch mit dieſer rechtlichen Er⸗ höhung, es iſt auf beiden Seiten ein kleines Opfer, das ich Euch flehe auf dem Altare der Eintracht und Bruder⸗ liebe niederzulegen. Glaubt mir, ſpäter werdet Ihr Euch

dieſer That mit Stolz und Freude erinnern; ich über⸗

laſſe meinen Vorſchlag Eurer freien Erwägung. Che ich ſchließe, beſchwöre ich Euch indeſſen, Freunde und Ge⸗ noſſen, verbannt allen Haß aus Eurem Herzen und be⸗ urtheilt die Sache wie vernünftige Männer. Bedenkt wohl, was Ihr thut; wählt: Verſöhnung und die Macht, Euer Vaterland und Eure Freiheit zu vertheidi⸗ gen oder Blutvergießen, Flanderns Fall, den Tod des Handels und der Gewerbfreiheit, Schande und Skla⸗ verei.

Artevelde's Worte hatten auf die Verſammlung einen tieferen Eindruck gemacht, als er ſelbſt gehofft hatte; es

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